Ein Recall-System in der Arztpraxis ist ein strukturiertes Verfahren, mit dem Patienten automatisch oder halbautomatisch an bevorstehende oder fällige Wiedervorstellungstermine erinnert werden. Typische Anwendungsgebiete sind Vorsorgeuntersuchungen, Impfauffrischungen, zahnärztliche Kontrolltermine sowie die Nachsorge bei chronischen Erkrankungen. Recall-Systeme können als schriftliche Erinnerungen, SMS-Nachrichten oder E-Mails umgesetzt werden.

Bedeutung für Ärzte

Für Arztpraxen hat ein gut funktionierendes Recall-System mehrere Vorteile: Es verbessert die Patientenbindung, erhöht die Auslastung und trägt zur medizinischen Versorgungsqualität bei. In der Zahnmedizin ist der Recall besonders etabliert und abrechnungsrelevant, da regelmäßige Prophylaxe-Sitzungen über den BEMA abgerechnet werden können. Rechtlich ist bei der Umsetzung die DSGVO zu beachten: Patienten müssen der Nutzung ihrer Kontaktdaten für Recall-Nachrichten ausdrücklich zugestimmt haben.

Praxishinweise

Praxen sollten ihre Recall-Prozesse in einem Praxisverwaltungssystem (PVS) abbilden und eine Einwilligungserklärung der Patienten einholen. Die Zweckbindung der gespeicherten Daten muss dokumentiert sein. Wer Fragen zur Datenschutzhaftung oder zur Betriebshaftpflicht bei Fehlern im Recall-Verfahren hat, kann sich an Ärzteversichert wenden.

Weiterführende Informationen bietet die Blog-Übersicht.

Quellen

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