Ein Recall-System (Praxis) ist ein strukturiertes Erinnerungssystem, das Patienten automatisch oder manuell an anstehende Kontrolluntersuchungen, Vorsorgeuntersuchungen oder Nachsorgetermine erinnert. Es ist ein Instrument der Patientenbindung und der kontinuierlichen Praxisauslastung.

Bedeutung für Ärzte

Recall-Systeme sind vor allem in der Zahnmedizin, Augenheilkunde und bei chronischen Erkrankungen etabliert. Studien zeigen, dass strukturierte Recall-Systeme die Recall-Rate um bis zu 40 Prozent steigern können. Wirtschaftlich bedeutet eine höhere Rückkehrquote eine planbarere Auslastung und stabilere Einnahmen. Rechtlich ist dabei die DSGVO zu beachten: Patienten müssen der Kontaktaufnahme zu Werbezwecken explizit zugestimmt haben; rein medizinische Erinnerungen sind aber unter bestimmten Voraussetzungen ohne separate Einwilligung zulässig.

Abgrenzung

Das Recall-System ist von allgemeinem Praxismarketing zu unterscheiden: Während Marketing neue Patienten gewinnen soll, dient der Recall der Bindung bestehender Patienten. Auch die Terminerinnerung unmittelbar vor einem bereits gebuchten Termin (z. B. per SMS) ist kein Recall im eigentlichen Sinne, sondern ein Terminerinnerungsservice, der keine eigenständige Terminplanung aktiviert.

Beispiel

Eine Zahnarztpraxis richtet ein digitales Recall-System ein, das Patienten zwölf Monate nach dem letzten Kontrolltermin automatisch per E-Mail an die nächste Prophylaxeuntersuchung erinnert. Die Rücklaufquote liegt bei 38 Prozent; im Vergleich zum Vorjahr ohne Recall-System stieg die Zahl der Prophylaxetermine um 22 Prozent.

Ärzteversichert weist darauf hin, dass Recall-Systeme beim Praxisverkauf als Qualitätsmerkmal eines gepflegten Patientenstamms den Praxiswert erhöhen können.

Quellen

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