Das Regelleistungsvolumen (RLV) ist ein Abrechnungsinstrument der gesetzlichen Krankenversicherung, das die Menge der je Arzt und Quartal vergütungsfähigen vertragsärztlichen Leistungen begrenzt. Es wird auf Basis des arztgruppenspezifischen Fallwerts und der Fallzahl des Arztes berechnet. Leistungen innerhalb des RLV werden zu einem festen Punktwert vergütet, darüber hinausgehende Leistungen nur noch zu einem abgestaffelten Preis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Begrenzt die Menge vergüteter Leistungen je Arzt und Quartal
  • Berechnung aus arztgruppenspezifischem Fallwert multipliziert mit der Fallzahl
  • Leistungen über dem RLV werden mit reduziertem Punktwert vergütet

Regelleistungsvolumen (Detail) im Kontext der Arztpraxis

Das RLV wurde mit der Gesundheitsreform 2007 eingeführt und löste das frühere Praxisbudget ab. Ziel ist es, die Gesamtausgaben der GKV für vertragsärztliche Leistungen planbar zu halten. Die Höhe des RLV variiert je nach Fachgruppe, Kassenärztlicher Vereinigung und Quartal. Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten unterliegen unterschiedlichen RLV-Regelungen.

Für eine Arztpraxis hat das RLV erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Überschreitet eine Praxis ihr Volumen regelmäßig, erhält sie für die überschießenden Leistungen nur einen Bruchteil des regulären Punktwerts. Umgekehrt führt die Nichterreichung des RLV nicht zu einem Ausgleich. Praxisinhaber sollten daher ihre Fallzahlen und Leistungsmengen quartalsweise im Blick behalten.

Zahlreiche Leistungen sind vom RLV ausgenommen, darunter qualitätsgesicherte Leistungen, Präventionsleistungen und bestimmte Zuschläge. Auch Leistungen aus dem qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen (QZV) werden separat abgerechnet. Die genaue Systematik unterscheidet sich je nach Kassenärztlicher Vereinigung.

Was Ärzte wissen müssen

Die RLV-Systematik hat direkten Einfluss auf den Praxisertrag und damit auf die wirtschaftliche Grundlage für Versicherungsprämien und Altersvorsorge. Ärzteversichert berät niedergelassene Ärzte auch im Kontext der Praxisfinanzierung und hilft, den Versicherungsschutz an die wirtschaftliche Situation der Praxis anzupassen.

Quellen und weiterführende Informationen

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