Die Risikotragfähigkeit beschreibt die Fähigkeit einer Person oder eines Unternehmens, finanzielle Verluste aus eingegangenen Risiken ohne existenzielle Bedrohung tragen zu können. Sie ist ein zentrales Konzept in der Finanzplanung und bestimmt, wie viel Risiko in einer Kapitalanlage oder einem Versicherungsportfolio vertretbar ist. Für Ärzte ist die Risikotragfähigkeit sowohl für die Altersvorsorge als auch für die Praxisfinanzierung relevant.
Das Wichtigste in Kürze
- Hängt von Einkommen, Vermögen, Verbindlichkeiten und Absicherungsgrad ab
- Hohe Risikotragfähigkeit erlaubt mehr Aktienanteil in der Altersvorsorge
- Praxisverbindlichkeiten und Mietverträge senken die private Risikotragfähigkeit
Risikotragfähigkeit im Kontext der Arztpraxis
Die Risikotragfähigkeit eines Arztes wird durch mehrere Faktoren bestimmt. Auf der Einkommensseite stehen Praxisertrag, Gehalt oder Liquidationseinnahmen. Auf der Ausgabenseite stehen laufende Verbindlichkeiten wie Praxismiete, Kredite für Praxisausstattung, Versicherungsprämien und private Lebenshaltungskosten. Der Überschuss bestimmt, wie viel Risiko wirtschaftlich vertretbar ist.
Für die Kapitalanlage bedeutet eine hohe Risikotragfähigkeit, dass ein größerer Anteil in renditestarke, aber schwankungsintensive Anlagen wie Aktien oder Aktienfonds investiert werden kann. Ärzte in der Mitte ihrer Karriere mit stabilen Einnahmen und geringen Schulden haben oft eine relativ hohe Risikotragfähigkeit. Kurz vor der Rente sinkt sie, da weniger Zeit zur Erholung nach Kursverlusten bleibt.
Neben der finanziellen Dimension gibt es auch eine psychologische Risikotragfähigkeit, also die Bereitschaft, Wertschwankungen emotionslos auszuhalten. Viele Ärzte neigen dazu, in Krisenzeiten zu verkaufen und verpassen dadurch Erholungsphasen. Eine professionelle Finanzberatung hilft, die objektive von der subjektiven Risikotragfähigkeit zu trennen.
Was Ärzte wissen müssen
Ärzteversichert analysiert die individuelle Risikotragfähigkeit als Teil der Versicherungs- und Finanzplanung und empfiehlt Produkte, die zum persönlichen Risikoprofil des jeweiligen Mediziners passen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesfinanzministerium – Altersvorsorge und Kapitalanlage
- BaFin – Anlegerinformation
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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