Ein Rotationsplan bezeichnet das strukturierte Ablaufschema, nach dem Assistenzärzte während ihrer Facharztweiterbildung nacheinander verschiedene klinische Bereiche oder Einrichtungen durchlaufen. Er legt Reihenfolge, Mindestdauer und inhaltliche Schwerpunkte der einzelnen Abschnitte fest und orientiert sich an den Mindestanforderungen der jeweiligen (Muster-)Weiterbildungsordnung.
Bedeutung für Ärzte
Assistenzärzte müssen für die Facharztprüfung vorgeschriebene Weiterbildungszeiten in bestimmten Bereichen nachweisen, etwa 6 Monate Intensivmedizin in internistischen Fächern oder 18 Monate Basisweiterbildung Chirurgie vor der Spezialisierung. Der Rotationsplan sichert, dass diese Pflichtzeiten innerhalb der regulären Weiterbildungsdauer lückenlos erfüllt werden. Für Weiterbilder schafft er Transparenz gegenüber der Ärztekammer bei der Logbuchprüfung. Fehler im Rotationsplan können dazu führen, dass Weiterbildungszeiten nicht angerechnet werden und sich die Gesamtdauer verlängert. Ärzteversichert empfiehlt Assistenzärzten, den geplanten Rotationsplan schriftlich im Weiterbildungsvertrag verankern zu lassen.
Abgrenzung
Der Rotationsplan ist nicht identisch mit dem Dienstplan, der die tägliche Arbeitszeiteinteilung regelt. Auch unterscheidet er sich vom Logbuch, das die tatsächlich erbrachten Leistungen dokumentiert: Der Rotationsplan ist der Soll-Plan, das Logbuch die Ist-Dokumentation.
Beispiel
Eine Assistenzärztin in der Inneren Medizin vereinbart mit ihrer Klinik einen dreijährigen Rotationsplan: 12 Monate Allgemeine Innere Medizin, 6 Monate Kardiologie, 6 Monate Gastroenterologie und 6 Monate externe Rotation in einer zertifizierten Lehrpraxis für Allgemeinmedizin. Abweichungen müssen von der zuständigen Ärztekammer vorab genehmigt werden.
Quellen
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