Die Sachkosten-Quote beschreibt das Verhältnis aller praxisbezogenen Betriebsausgaben ohne Personalkosten zum Gesamtumsatz der Praxis und wird in Prozent angegeben. Sie umfasst insbesondere Miete, Leasing, medizinisches Verbrauchsmaterial, Energie, Kommunikation und Instandhaltung.
Bedeutung für Ärzte
Als Kennzahl im Praxis-Controlling zeigt die Sachkosten-Quote, wie effizient eine Praxis ihre materiellen Ressourcen einsetzt. Laut KBV-Betriebsvergleichen liegt die durchschnittliche Sachkosten-Quote in Allgemeinarztpraxen bei rund 20 bis 28 % des Umsatzes; in technisch aufwendigen Fächern wie der Radiologie oder Augenheilkunde kann sie 35 bis 45 % erreichen. Eine überdurchschnittlich hohe Sachkosten-Quote kann auf überalterte Geräte mit hohem Wartungsaufwand, zu großzügige Praxisflächen oder ineffiziente Materialeinkäufe hinweisen. Beim Praxisverkauf verwenden Käufer die Sachkosten-Quote zur Bewertung der nachhaltigen Ertragskraft. Ärzteversichert weist darauf hin, dass ein jährlicher Soll-Ist-Vergleich der Sachkosten-Quote ein wesentliches Frühwarninstrument ist.
Abgrenzung
Die Sachkosten-Quote ist von der Gesamtkostenquote (Sach- und Personalkosten zusammen) zu unterscheiden. Letztere liegt in den meisten Praxen zwischen 55 und 70 % des Umsatzes. Die reine Personalkosten-Quote ist eine separate Kennzahl und umfasst Gehälter, Sozialversicherungsbeiträge und Lohnnebenkosten.
Beispiel
Eine internistische Gemeinschaftspraxis erzielt einen Jahresumsatz von 900.000 Euro und hat Sachkosten von 225.000 Euro. Die Sachkosten-Quote beträgt 25 %, liegt also im Durchschnitt. Ein Vergleich mit Fachkollegen zeigt jedoch, dass Vergleichspraxen 20 % erzielen; durch Umstellung auf einen gemeinsamen Geräteeinkauf lassen sich rund 45.000 Euro pro Jahr einsparen.
Quellen
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