Die Sharpe Ratio ist eine von William F. Sharpe entwickelte Kennzahl der Finanzanalyse, die die erzielte Überrendite eines Investments (Portfoliorendite minus risikofreier Zins) ins Verhältnis zur Standardabweichung der Renditen (Volatilität) setzt. Eine Sharpe Ratio über 1 gilt als gut; über 2 als sehr gut.

Bedeutung für Ärzte

Als Kapitalanleger mit typischerweise konzentriertem Humankapital in einem einzigen Berufsfeld sind Ärzte gut beraten, bei der Geldanlage auf eine gute Risikostreuung zu achten. Die Sharpe Ratio hilft dabei, verschiedene Fonds oder Portfoliostrategien nicht nur nach Rendite, sondern nach risikoadjustierter Rendite zu vergleichen. Zwei Fonds mit gleicher Jahresrendite von 8 % können eine völlig unterschiedliche Volatilität haben: Ein Fonds mit Sharpe Ratio 1,5 liefert dieselbe Rendite mit deutlich geringerem Schwankungsrisiko als ein Fonds mit Sharpe Ratio 0,8. Ärzteversichert empfiehlt, bei der Auswahl von Fondsprodukten im Rahmen der Altersvorsorge stets risikoadjustierte Kennzahlen wie die Sharpe Ratio heranzuziehen.

Abgrenzung

Die Sharpe Ratio unterscheidet sich von der Sortino Ratio, die nur negative Abweichungen (Verlustrisiko) im Nenner berücksichtigt und damit einseitig auf das Verlustrisiko fokussiert. Gegenüber der bloßen Renditeangabe liefert die Sharpe Ratio mehr Information, weil sie das eingegangene Risiko in die Bewertung einbezieht.

Beispiel

Ein Arzt vergleicht zwei ETF-Portfolios: Portfolio A erzielte 7 % Rendite mit einer Volatilität von 8 % (Sharpe Ratio: 0,875 bei 0 % risikofreiem Zins); Portfolio B erzielte 9 % Rendite mit einer Volatilität von 15 % (Sharpe Ratio: 0,60). Portfolio A hat trotz niedrigerer Rendite die bessere risikoadjustierte Performance.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →