Der Stichentscheid ist ein Verfahren, das bei Meinungsverschiedenheiten zwischen zwei bestellten Gutachtern in Versicherungsangelegenheiten zur Anwendung kommt. Haben beide Gutachter unterschiedliche Einschätzungen zu einem Sachverhalt, wird ein dritter Gutachter als Obmann eingesetzt, dessen Entscheidung als Stichentscheid bindend für beide Parteien ist. Das Verfahren ist in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) für Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits- und Sachversicherungen geregelt.

Bedeutung für Ärzte

Für Ärzte, die im Rahmen einer Berufshaftpflicht oder Berufsunfähigkeitsversicherung in ein Gutachterstreit geraten, kann der Stichentscheid eine wichtige Rolle spielen. Ein Stichentscheid beendet eine ausufernde Gutachterauseinandersetzung verbindlich und ohne aufwändiges Gerichtsverfahren. Zugleich birgt er das Risiko, dass die eigene Position auch bei Uneinigkeit der ersten Gutachter letztlich durch die Mehrheitsentscheidung untergeht.

Praxishinweise

Ärzte sollten bei Versicherungsgutachterverfahren frühzeitig anwaltliche Unterstützung in Anspruch nehmen, um ihre Position im Verfahren optimal zu vertreten. Ärzteversichert berät zu BU-Versicherungen und der richtigen Vorgehensweise im Leistungsfall.

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Quellen

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