Der Substanzwert einer Arztpraxis bezeichnet den Gesamtwert aller materiellen Vermögensgegenstände zum aktuellen Zeitwert (Verkehrs- oder Wiederbeschaffungswert abzüglich Altersentwertung): medizinische Geräte, Praxiseinrichtung, IT-Systeme, Vorräte und sonstige betriebliche Sachanlagen.
Bedeutung für Ärzte
Bei der Praxisbewertung für einen Kauf oder Verkauf bildet der Substanzwert die Untergrenze des Kaufpreises; ein rationaler Käufer zahlt nicht mehr als den Substanzwert, wenn keine immateriellen Werte (Patientenstamm, Goodwill) vorhanden sind. In der Praxis liegt der Gesamtpreis einer gut laufenden Praxis meist über dem Substanzwert, weil der immaterielle Wert (Goodwill) hinzugerechnet wird. Für Versicherungszwecke ist der Substanzwert die Grundlage der Inhaltsversicherung: Nur wenn der Zeitwert aller Einrichtungsgegenstände korrekt versichert ist, erhalten Praxisinhaber im Schadenfall eine vollständige Entschädigung. Unterversicherung führt zu anteiligen Leistungskürzungen. Ärzteversichert empfiehlt, den Substanzwert bei der Betriebsinhaltsversicherung jährlich anzupassen, insbesondere nach größeren Investitionen.
Abgrenzung
Der Substanzwert ist vom Ertragswert zu unterscheiden: Der Ertragswert basiert auf zukünftig erwarteten Gewinnen und ist bei ertragsstarken Praxen in der Regel höher als der Substanzwert. Im Idealfall ergibt sich der Praxiskaufpreis aus einer Kombination beider Wertmethoden.
Beispiel
Eine Hausarztpraxis verfügt über Geräte und Einrichtung mit einem Neuwert von 120.000 Euro; nach Abzug von Abnutzung und Alter ergibt sich ein Substanzwert (Zeitwert) von 72.000 Euro. Der Goodwill der Praxis wird auf 180.000 Euro geschätzt. Der Gesamtkaufpreis liegt bei 252.000 Euro.
Quellen
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