Die Tilgungsaussetzung ist eine Finanzierungsstruktur, bei der ein Kreditnehmer während der Laufzeit nur Zinsen zahlt und die Rückzahlung des Darlehens durch ein parallel angesparte Kapitalanlage, meist eine Lebensversicherung oder ein Investmentdepot, am Laufzeitende erfolgt. Das Modell wurde besonders in den 1990er- und 2000er-Jahren häufig für Immobilien- und Praxisfinanzierungen eingesetzt.

Bedeutung für Ärzte

Für Ärzte ist die Tilgungsaussetzung relevant, wenn sie eine Praxis oder Immobilie über ein solches Konstrukt finanziert haben. Ein zentrales Risiko besteht darin, dass das angesparte Kapital am Laufzeitende möglicherweise nicht ausreicht, um das Darlehen vollständig abzulösen, insbesondere bei fondsgebundenen Policen mit Kapitalmarktrisiko. Steuerlich war das Modell früher attraktiv, unterliegt aber heute strengeren Regelungen. Zudem muss die Lebensversicherung korrekt an die Bank abgetreten worden sein.

Praxishinweise

Ärzte mit bestehenden Tilgungsaussetzungsdarlehen sollten regelmäßig den prognostizierten Ablaufwert des Sparprodukts mit der Restschuld vergleichen und bei drohendem Deckungslücken frühzeitig nachsteuern. Wer Fragen zur Absicherung von Finanzierungsrisiken oder zur Umstrukturierung bestehender Verträge hat, findet bei Ärzteversichert kompetente Unterstützung.

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Quellen

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