Die Total Expense Ratio (TER) ist eine standardisierte Kennzahl für die Gesamtkosten eines Investmentfonds; sie drückt alle laufenden Kosten (Verwaltungsgebühren, Depotbankgebühren, Vertriebskosten) als jährlichen Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvermögens aus. Sie wird täglich dem Fondsvermögen entnommen und mindert direkt die Rendite.
Bedeutung für Ärzte
Bei der Auswahl von Fonds für die Altersvorsorge oder den langfristigen Vermögensaufbau ist die TER eine der wichtigsten Vergleichsgrößen. Passive ETFs (Exchange Traded Funds) haben typischerweise eine TER von 0,05 bis 0,30 % per annum; aktiv gemanagte Fonds kosten 1,0 bis 2,0 % oder mehr. Bei einem Anlagebetrag von 500.000 Euro beträgt der Kostenunterschied zwischen einem ETF mit 0,20 % TER (1.000 Euro/Jahr) und einem aktiven Fonds mit 1,5 % TER (7.500 Euro/Jahr) jährlich 6.500 Euro; über zwanzig Jahre kumuliert sich dieser Unterschied auf mehrere Hunderttausend Euro. Ärzteversichert empfiehlt, die TER bei Fondsinvestments stets als Vergleichsmaßstab heranzuziehen und bevorzugt kostengünstige ETF-Lösungen für die Basisallokation des Portfolios zu wählen.
Abgrenzung
Die TER ist nicht vollständig identisch mit den tatsächlichen Gesamtkosten: Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren innerhalb des Fonds fließen nicht in die TER ein, sind aber in der Tracking Difference berücksichtigt. Die TER ist also eine wichtige, aber nicht die einzige Kostenkenngröße.
Beispiel
Ein Arzt vergleicht zwei MSCI-World-ETFs: ETF A hat eine TER von 0,12 %, ETF B eine TER von 0,25 %. Bei einem Anlagebetrag von 200.000 Euro entspricht der jährliche Kostenunterschied 260 Euro; über zehn Jahre (Zinseszinseffekt eingerechnet) ergibt sich ein Vorteil von ETF A von ca. 2.800 Euro.
Quellen
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
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