Die Tracking Difference bezeichnet die jährliche Differenz zwischen der Rendite eines ETF und der Rendite seines Vergleichsindex. Eine negative Tracking Difference bedeutet, dass der ETF besser abgeschnitten hat als der Index (z. B. durch Wertpapierleihe-Einnahmen); eine positive Tracking Difference zeigt eine Underperformance gegenüber dem Index an.

Bedeutung für Ärzte

Für Ärzte, die langfristig in ETFs investieren, ist die Tracking Difference aussagekräftiger als die TER allein: Ein ETF kann eine niedrige TER ausweisen, aber trotzdem schlechter als der Index abschneiden. Umgekehrt kann ein ETF mit etwas höherer TER durch effiziente Indexreplikation und Erträge aus der Wertpapierleihe eine negative Tracking Difference erzielen, also den Index sogar schlagen. Typische Tracking Differences für MSCI-World-ETFs liegen zwischen -0,20 % und +0,30 %. Beim Vergleich von ETFs über dieselbe Benchmark sollte die Tracking Difference über drei bis fünf Jahre betrachtet werden. Ärzteversichert empfiehlt, sowohl TER als auch Tracking Difference in die ETF-Auswahl einzubeziehen, um die tatsächliche Kostenbelastung zu ermitteln.

Abgrenzung

Die Tracking Difference unterscheidet sich vom Tracking Error: Während die Tracking Difference die kumulative jährliche Abweichung der Rendite vom Index angibt, misst der Tracking Error die Volatilität dieser Abweichung (Standardabweichung der Differenzrenditen). Ein kleiner Tracking Error bedeutet, dass der ETF konsistent nah am Index bleibt.

Beispiel

Ein MSCI-World-ETF mit einer TER von 0,20 % erzielt dank Wertpapierleihe-Einnahmen von 0,10 % eine Tracking Difference von -0,05 %. Das bedeutet, dass der ETF über das Jahr 0,05 % besser abgeschnitten hat als der MSCI-World-Index, trotz der Kosten.

Quellen

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