Die Typklasse (auch Fahrzeugklasse) ist ein Einstufungsmerkmal in der Kfz-Versicherung, das auf Basis der historischen Schadenbilanz aller zugelassenen Fahrzeuge desselben Typs berechnet wird. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ermittelt jährlich für Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko jeweils eigene Typklassen: Je höher die Typklasse, desto teurer die Versicherungsprämie.
Bedeutung für Ärzte
Ärzte fahren häufig teure Fahrzeugsegmente (Oberklasse, SUV), die oft in höhere Typklassen eingestuft sind. Ein Fahrzeug der Typklasse 20 in der Vollkasko kann das Zweifache der Prämie eines Fahrzeugs der Klasse 12 kosten. Bei der Neuanschaffung eines Fahrzeugs lohnt sich daher ein Vergleich der Typklassen innerhalb eines Preissegments: Zwei SUVs können trotz ähnlicher Kaufpreise erheblich unterschiedliche Typklassen haben. Die Typklasse ist fahrerspezifisch nicht beeinflussbar (im Gegensatz zum SF-Rabatt); sie hängt ausschließlich am Fahrzeugmodell. Ärzteversichert empfiehlt, vor dem Kauf eines Fahrzeugs die Typklasse zu prüfen und in die Gesamtkostenrechnung einzubeziehen.
Abgrenzung
Die Typklasse ist vom Regionalklasse-Merkmal zu unterscheiden: Während die Typklasse das Fahrzeugmodell bewertet, bewertet die Regionalklasse das Unfallgeschehen in einem bestimmten Zulassungsbezirk. Beide Merkmale zusammen mit dem Schadenfreiheitsrabatt bestimmen die individuelle Kfz-Prämie.
Beispiel
Ein Arzt überlegt zwischen zwei Fahrzeugen im gleichen Preissegment von 65.000 Euro. Fahrzeug A (deutsches Modell) hat Typklasse 17 in der Vollkasko; Fahrzeug B (britisches Modell) hat Typklasse 22. Der Prämienunterschied beträgt rund 350 Euro jährlich; über zehn Jahre macht das 3.500 Euro Differenz.
Quellen
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
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