Die private Unfallversicherung ist eine Personenversicherung, die bei dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung (Invalidität) infolge eines Unfalls eine Kapitalleistung oder monatliche Rente zahlt. Die Leistungshöhe richtet sich nach der Gliedertaxe (Invaliditätsgrade je Verlust eines Körperteils oder einer Funktion) und der vereinbarten Versicherungssumme.

Bedeutung für Ärzte

Ärzte sind in ihrem Berufsalltag körperlichen Risiken ausgesetzt: Nadelstichverletzungen, Infektionen durch Weglaufunfälle, Stürze in der Praxis oder Autounfälle auf dem Weg zu Hausbesuchen. Die Unfallversicherung leistet jedoch ausschließlich bei Unfällen, also zeitlich begrenzten, von außen auf den Körper wirkenden Ereignissen. Sie deckt nicht die häufigsten Berufsunfähigkeitsursachen wie psychische Erkrankungen, orthopädische Leiden oder Burnout ab, die keine Unfälle im Versicherungssinne sind. Laut Statistiken entstehen rund 90 % aller Berufsunfähigkeiten nicht durch Unfälle, sondern durch Erkrankungen. Die Unfallversicherung kann daher die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ersetzen. Ärzteversichert empfiehlt, eine Unfallversicherung allenfalls ergänzend zur BU-Versicherung abzuschließen.

Abgrenzung

Die Unfallversicherung unterscheidet sich grundlegend von der Berufsunfähigkeitsversicherung: Die BU zahlt bei jeder Ursache, wenn der Arzt seinen Beruf zu 50 % nicht mehr ausüben kann; die Unfallversicherung nur bei unfallbedingter dauerhafter Invalidität. Sie unterscheidet sich auch von der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft), die für Arbeitsunfälle und Wegeunfälle gilt.

Beispiel

Ein Hausarzt stürzt bei einem Hausbesuch die Treppe hinunter und verliert die Greiffunktion der rechten Hand dauerhaft zu 50 %. Die Gliedertaxe der privaten Unfallversicherung sieht für den Verlust des Arms einen Invaliditätsgrad von 70 % vor; für 50 % Funktionsverlust einer Hand berechnet sich ein anteiliger Grad von ca. 30 %. Bei einer Versicherungssumme von 200.000 Euro erhält er 60.000 Euro Kapitalleistung.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →