Vermögensstrukturierung beschreibt den strategischen Prozess, das Gesamtvermögen eines Arztes auf verschiedene Anlageklassen (Immobilien, Kapitalmarkt, Betriebsvermögen, Altersvorsorgeprodukte) und rechtliche Hüllkonstruktionen (Privatvermögen, GmbH, Stiftung) zu verteilen, um Rendite, Risikostreuung, Steuern und Liquidität zu optimieren.

Bedeutung für Ärzte

Ärzte mit wachsendem Vermögen stehen vor der Frage, welche Vermögensteile im Privatvermögen verbleiben sollten (Steuerfreiheit nach zehn Jahren bei Immobilien, Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge) und welche in einer GmbH oder Holding gehalten werden sollten (Körperschaftsteuer 15 %, günstiger Beteiligungssteuersatz). Eine fundierte Vermögensstrukturierung berücksichtigt auch den Zeithorizont: Liquide Mittel für Praxisinvestitionen, mittelfristige Anlage für Kapitalbedarf in zehn Jahren und langfristige Altersvorsorge unterscheiden sich in den optimalen Instrumenten. Ärzteversichert empfiehlt, die Vermögensstrukturierung mindestens alle drei bis fünf Jahre mit einem unabhängigen Vermögensberater und einem Steuerberater zu überprüfen.

Abgrenzung

Vermögensstrukturierung unterscheidet sich von der reinen Anlagestrategie (Auswahl konkreter Wertpapiere) und von der Vermögensverwaltung (laufende Betreuung eines Portfolios). Sie ist ein übergeordneter strategischer Prozess, der rechtliche, steuerliche und finanzielle Überlegungen integriert.

Beispiel

Ein Arzt mit 1,5 Millionen Euro Gesamtvermögen verteilt dieses nach Beratung wie folgt: 500.000 Euro Immobilien im Privatvermögen, 400.000 Euro ETF-Portfolio im Privatvermögen, 300.000 Euro in einer vermögensverwaltenden GmbH, 200.000 Euro in der Rürup-Rente und 100.000 Euro als liquide Reserve auf Tagesgeldkonto.

Quellen

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