Volatilität bezeichnet im Finanzwesen das Ausmaß der Schwankungsbreite von Kursen, Preisen oder Renditen eines Wertpapiers oder Portfolios über einen definierten Zeitraum. Als statistisches Maß wird sie häufig durch die Standardabweichung der Renditen ausgedrückt: Je höher die Standardabweichung, desto stärker schwankt der Wert des Investments und desto höher gilt das wahrgenommene Risiko.
Das Wichtigste in Kürze
- Volatilität wird als annualisierte Standardabweichung der Tages- oder Monatsrenditen berechnet
- Eine hohe Volatilität bedeutet größere Kursschwankungen nach oben und unten
- Für langfristige Anleger wie Ärzte bei der Altersvorsorge ist die kurzfristige Volatilität weniger relevant als die langfristige Renditeentwicklung
Volatilität (Standardabweichung) im Kontext der Arztpraxis
Ärzte, die ihr Kapital für die Altersvorsorge oder den Praxisaufbau anlegen, werden von Beratern häufig mit dem Begriff Volatilität konfrontiert. Eine Aktienanlage in einem breit diversifizierten ETF auf den MSCI World weist historisch eine jährliche Volatilität von etwa 15 bis 20 Prozent auf. Das bedeutet, dass innerhalb eines Jahres Kursschwankungen in dieser Größenordnung nach oben wie nach unten möglich sind.
Die Standardabweichung als Maß für die Volatilität eignet sich gut für den Vergleich verschiedener Anlageklassen oder Fonds, da sie eine normierte, vergleichbare Kennzahl liefert. Anleihen weisen typischerweise eine deutlich geringere Volatilität auf als Aktien, bieten dafür aber auch langfristig geringere Renditechancen. Das richtige Verhältnis von risikoreicheren und risikoärmeren Anlagen ist eine individuelle Entscheidung auf Basis von Anlagehorizont und Risikobereitschaft.
Kritisch zu beachten ist, dass die Standardabweichung symmetrisch ist und sowohl positive als auch negative Abweichungen gleichgewichtig misst. Sie sagt nichts über die Richtung der Rendite aus, sondern nur über deren Schwankungsbreite. Ergänzende Risikokennzahlen wie der Maximum Drawdown oder der Value at Risk geben ein vollständigeres Bild.
Was Ärzte wissen müssen
Bei der Geldanlage für Altersvorsorge oder Vermögensaufbau sollten Ärzte Volatilität nicht mit dauerhaftem Verlustrisiko gleichsetzen. Ärzteversichert empfiehlt, bei Fragen zur Geldanlage immer auch die Absicherung der Arbeitskraft durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Fundament der Vermögensplanung zu berücksichtigen.
Quellen und weiterführende Informationen
- BaFin – Basisinformationsblatt Risikokennzahlen
- Bundesfinanzministerium – Kapitalanlage
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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