Ein Weiterbildungsassistent ist ein approbierter Arzt, der sich in der strukturierten Weiterbildung zum Facharzt befindet und in dieser Zeit als angestellter Arzt bei einem Weiterbilder (z. B. Chefarzt oder niedergelassener Facharzt mit Weiterbildungsbefugnis) tätig ist. Die Weiterbildungszeit und ihre Inhalte sind in der Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer geregelt.
Bedeutung für Ärzte
Für Weiterbildungsassistenten im Krankenhaus gilt in der Regel der Tarifvertrag für Ärzte (TV-Ärzte) mit der Entgeltgruppe Ä1, die 2025 bei einem Bruttoeinkommen von etwa 5.400 bis 6.200 Euro monatlich liegt, je nach Berufsjahr und Bundesland. Bei Weiterbildung in einer Niederlassung werden oft geringere Gehälter gezahlt; viele KVen bezuschussen die Weiterbildungsassistenz im Bereich Allgemeinmedizin mit Fördergeldern (bis zu 2.000 Euro monatlich in einigen Bundesländern). Versicherungstechnisch ist der Weiterbildungsassistent als angestellter Arzt über den Arbeitgeber haftpflichtversichert; eine eigene Berufshaftpflichtversicherung ist in dieser Phase in der Regel nicht erforderlich, kann aber als Zusatzschutz sinnvoll sein. Der Eintritt in das Versorgungswerk und die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung sollten unmittelbar mit Beschäftigungsbeginn beantragt werden. Ärzteversichert empfiehlt Weiterbildungsassistenten, frühzeitig mit einer BU-Versicherung und einer PKV-Absicherung zu beginnen, da die Gesundheitsprüfungsauflagen mit dem Alter steigen.
Abgrenzung
Der Weiterbildungsassistent unterscheidet sich vom PJ-Studenten (der noch keine Approbation hat) und vom fertig weitergebildeten Facharzt. Er unterscheidet sich auch vom Honorararzt, der freiberuflich und nicht im Angestelltenverhältnis tätig ist.
Beispiel
Ein Arzt beginnt nach dem Studium seine Facharztweiterbildung in der Inneren Medizin an einem Krankenhaus. Er wird nach TV-Ärzte Ä1 vergütet, ist über das Krankenhaus berufshaftpflichtversichert und beantragt sofort die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten des Versorgungswerks.
Quellen
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