Working Capital Management bezeichnet die aktive Steuerung des Umlaufvermögens abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens. Das Net Working Capital errechnet sich als Umlaufvermögen (Kassenbestand, Forderungen, Vorräte) abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten (offene Rechnungen, Personalkosten, kurzfristige Darlehen). Ein positiver Wert belegt, dass das Unternehmen seine kurzfristigen Verpflichtungen aus eigenen Mitteln decken kann. In der Arztpraxis umfasst das Working Capital offene KV-Honorarforderungen, Bankguthaben, Verbrauchsmaterialvorräte sowie ausstehende Lieferantenrechnungen.

Bedeutung für Ärzte

Für niedergelassene Ärzte ist aktives Working Capital Management entscheidend, um Zahlungsengpässe zu vermeiden. KV-Honorare werden quartalsweise ausgezahlt, Fixkosten wie Miete, Personal und Leasingraten fallen hingegen monatlich an. Wer den Kassenbestand nicht aktiv steuert, riskiert Liquiditätslücken zwischen den Auszahlungsterminen. Praxisinhaber mit hohem Privatpatientenanteil tragen zusätzlich das Risiko langer Zahlungsziele oder nicht einbringlicher GOÄ-Forderungen.

Praxishinweise

  • Ein rollierender 12-Wochen-Liquiditätsplan hilft, kritische Perioden frühzeitig zu erkennen.
  • Zeitnahe GOÄ-Rechnungsstellung und konsequentes Mahnwesen verkürzen den Forderungsbestand.
  • Verbrauchsmaterial sollte bedarfsgerecht bestellt werden, um unnötige Kapitalbindung zu vermeiden.
  • Kontokorrentkredite bei Ärztebanken können saisonal bedingte Engpässe überbrücken, sind aber kein Dauermittel.
  • Steuervorauszahlungen frühzeitig einplanen, damit keine stillen Liquiditätsfallen entstehen.

Weiterführende Quellen:

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