Das Working Capital (auch: Nettoumlaufvermögen) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Teil des Umlaufvermögens beschreibt, der nicht durch kurzfristige Verbindlichkeiten gebunden ist. Es ergibt sich aus der Differenz von kurzfristigem Vermögen (Kassenbestand, Forderungen, Vorräte) und kurzfristigen Verbindlichkeiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Formel: Working Capital = Umlaufvermögen abzüglich kurzfristige Verbindlichkeiten
- Ein positives Working Capital zeigt, dass das Unternehmen kurzfristige Verbindlichkeiten aus eigenen Mitteln decken kann
- Für Arztpraxen ist ein solides Working Capital wichtig für die Betriebskontinuität
Working Capital im Kontext der Arztpraxis
Arztpraxen haben eine spezifische Working-Capital-Struktur: Die Hauptforderungen entstehen aus der KV-Abrechnung (GKV-Quartalshonorar) und aus offenen Privatabrechnungen (GOÄ). Gleichzeitig fallen monatliche Personalkosten, Miete und Lieferantenrechnungen als kurzfristige Verbindlichkeiten an. Da das KV-Honorar quartalsmäßig ausgezahlt wird, müssen Praxen häufig Liquiditätslücken überbrücken.
Ein negatives Working Capital, also mehr kurzfristige Verbindlichkeiten als Umlaufvermögen, kann auf Liquiditätsprobleme hindeuten, ist in Arztpraxen aber nicht zwangsläufig kritisch, wenn stabile Einzahlungen aus der KV-Abrechnung sicher erwartet werden können. Ein ausreichender Kontokorrentrahmen bei der Hausbank federt saisonale Schwankungen ab.
Praxisinhaber sollten ihr Working Capital regelmäßig analysieren, insbesondere wenn Investitionen in neue Geräte geplant sind oder wenn die Praxis wächst und mehr Mitarbeiter benötigt werden.
Was Ärzte wissen müssen
Eine solide Liquiditätsplanung verhindert Zahlungsengpässe. Ärzteversichert empfiehlt, neben dem Versicherungsschutz auch die finanzielle Resilienz der Praxis mit einem kompetenten Praxisberater zu stärken.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Praxismanagement und Finanzen
- Bundesärztekammer – Praxismanagement
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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