Das Zinsänderungsrisiko bezeichnet das Risiko, dass Veränderungen des Marktzinsniveaus zu Verlusten oder Mehrkosten führen. Es betrifft Kreditnehmer (steigende Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten bei variablen Darlehen) und Anleger (steigende Zinsen senken den Kurs festverzinslicher Wertpapiere wie Anleihen). Das Risiko ist besonders relevant bei langfristigen Finanzierungen mit variablem Zinssatz oder bei festverzinslichen Kapitalanlagen, die vor Fälligkeit verkauft werden müssen.

Bedeutung für Ärzte

Ärzte, die eine Praxis gründen oder kaufen, finanzieren dies häufig über langjährige Bankdarlehen. Bei variablen Darlehensverträgen besteht das Risiko, dass steigende Zinsen die monatliche Belastung erhöhen und die Liquidität der Praxis gefährden. Auf der Anlageseite verlieren Anleihen oder festverzinsliche Versicherungen bei steigenden Zinsen an Marktwert. Ein ausgewogenes Zinsportfolio aus Festzins- und variablen Elementen reduziert das Gesamtrisiko.

Praxishinweise

  • Praxiskredite mit langfristiger Zinsbindung (10 bis 15 Jahre) schützen vor steigenden Zinsen, bieten jedoch geringere Flexibilität bei vorzeitiger Ablösung.
  • Zinsswaps oder Forward-Darlehen können das Zinsrisiko für größere Finanzierungen absichern, sind jedoch für kleinere Praxen oft nicht wirtschaftlich.
  • Bei Kapitalanlagen aus der Altersvorsorge sollte ein Mix aus Anleihen verschiedener Laufzeiten (Leitersystem) das Zinsänderungsrisiko glätten.
  • Beim Wechsel eines Praxiskredits zu einer anderen Bank auf Vorfälligkeitsentschädigungsregelungen achten.
  • Versorgungswerk-Rückkaufwerte von Lebens- oder Rentenversicherungen können bei Zinsänderungen schwanken.

Weiterführende Quellen:

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