Der Zinseszins (englisch: compound interest) beschreibt den Effekt, dass Zinsen oder Renditen, die auf ein Kapital erzielt werden, in der Folgeperiode ebenfalls verzinst werden. Das bedeutet: Nicht nur das ursprünglich angelegte Kapital, sondern auch die akkumulierten Zinsen generieren in jeder weiteren Periode Rendite. Je länger der Anlagezeitraum und je höher der Zinssatz, desto stärker entfaltet sich der Zinseszinseffekt. Die Formel lautet: K_n = K_0 × (1 + i)^n, wobei K_0 das Startkapital, i den Zinssatz und n die Laufzeit bezeichnet.

Bedeutung für Ärzte

Ärzte beginnen ihre aktive Erwerbsphase durch das lange Studium oft erst um das 30. Lebensjahr. Das reduziert den Zeitraum für den Zinseszinseffekt bei der Altersvorsorge im Vergleich zu anderen Berufsgruppen. Umso wichtiger ist es, früh mit dem Aufbau eines Anlageportfolios zu beginnen. Ein monatlicher ETF-Sparplan von 500 Euro mit einer angenommenen Rendite von 6 Prozent pro Jahr wächst in 30 Jahren auf rund 500.000 Euro, wobei mehr als 300.000 Euro allein aus dem Zinseszinseffekt stammen.

Praxishinweise

  • Frühzeitiger Beginn ist entscheidend: Jeder Jahrzehnt mehr Anlagezeit verdoppelt oder verdreifacht den Endwert durch den Zinseszinseffekt.
  • Thesaurierende Fonds (Reinvestition der Erträge) nutzen den Zinseszins automatisch und sind steuerlich erst bei Verkauf oder jährlicher Vorabpauschale relevant.
  • Kosten reduzieren: Jedes Prozent Gebühren mindert den Zinseszinseffekt langfristig erheblich. Günstige ETFs sind aktiv gemanagten Fonds oft überlegen.
  • Versorgungswerke und Rürup-Rente bieten ebenfalls Zinseszins-ähnliche Wachstumseffekte bei der Altersvorsorge.
  • Bei Schulden (Praxiskredit) wirkt der Zinseszins gegen den Kreditnehmer: Tilgung hat hohe Priorität.

Weiterführende Quellen:

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