Der Zustandsbericht einer Arztpraxis ist ein technisches und bauliches Bestandsdokument, das im Rahmen einer Praxisübernahme oder einer Due-Diligence-Prüfung erstellt wird. Er erfasst systematisch den Zustand von Praxisräumen, medizinischen Geräten, IT-Systemen und der Praxisausstattung inklusive Restlaufzeiten von Wartungsverträgen und anstehenden Instandhaltungsmaßnahmen.

Bedeutung für Ärzte

Beim Kauf einer bestehenden Praxis ist der Zustandsbericht ein zentrales Dokument, das Überraschungen nach der Übernahme verhindern kann. Veraltete Röntgenanlage, Heizungsausfall oder Renovierungsstau können die tatsächlichen Kosten einer Praxisübernahme erheblich erhöhen. Ein belastbarer Zustandsbericht, idealerweise von einem unabhängigen Sachverständigen erstellt, gibt dem übernehmenden Arzt Planungssicherheit und bildet die Grundlage für Preisverhandlungen oder Kaufpreisminderungen. Ärzteversichert empfiehlt, den Zustandsbericht vor Unterzeichnung des Kaufvertrags verbindlich einzuholen.

Abgrenzung

Der Zustandsbericht ist nicht identisch mit dem Praxiswertgutachten, das den wirtschaftlichen Wert der Praxis (Patientenstamm, Umsatz, Goodwill) bestimmt. Er ist auch kein Übergabeprotokoll, das erst bei Schlüsselübergabe unterzeichnet wird, sondern ein vorgelagertes Prüfinstrument.

Beispiel

Ein Internist möchte eine bestehende Praxis übernehmen. Der Zustandsbericht zeigt, dass das Ultraschallgerät in zwei Jahren eine Vollrevision benötigt (Kosten: ca. 4.000 Euro) und die Klimaanlage einen Defekt aufweist. Der übernehmende Arzt handelt den Kaufpreis um entsprechende Beträge herunter.

Quellen

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