Als Chefarzt verdient man hervorragend, hat aber auch besonders viel zu schützen. Die Altersvorsorge muss auf das hohe Einkommensniveau ausgerichtet sein und eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen aufweisen, um die Vermögen langfristig zu sichern.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Versorgungswerk deckt bei einem Chefarzt in der Regel nur 20 bis 30 Prozent des letzten Nettoeinkommens ab
- Die Rentenlücke für Chefärzte beträgt häufig 4.000 bis 8.000 Euro monatlich
- Kapitalanlagen, Immobilien, private Rentenversicherungen und steueroptimierte Strukturen sollten kombiniert werden
Altersvorsorge in der Phase Chefarzt
Ein Chefarzt mit einem Jahreseinkommen von 250.000 Euro hat nach Steuern ein Nettoeinkommen von etwa 130.000 bis 140.000 Euro. Das entspricht rund 11.000 Euro monatlich netto. Die Versorgungswerksrente nach 35 Beitragsjahren beträgt selbst bei Maximaleinzahlung selten mehr als 4.500 bis 5.000 Euro monatlich. Die Rentenlücke beträgt damit 6.000 bis 6.500 Euro monatlich, was über eine 20-jährige Rentenphase einem Gesamtbedarf von 1,5 bis 1,6 Millionen Euro entspricht.
Diese Lücke lässt sich nicht allein mit einem ETF-Sparplan schließen. Chefärzte benötigen eine diversifizierte Anlagestrategie, die Aktien und Fonds, Immobilien, private Rentenversicherungen und steueroptimierte Strukturen kombiniert. Dabei sollte die Steueroptimierung eine zentrale Rolle spielen: Beiträge zur Rürup-Rente, zur bAV und zur Versorgungswerks-Mehrzahlung sind steuerlich abzugsfähig.
Für Chefärzte mit Liquidationsrecht sind die Liquidationseinnahmen ein weiterer Puffer: Wer diese Einnahmen konsequent in die Altersvorsorge investiert statt sie zu verkonsumieren, kann die Rentenlücke deutlich verkleinern.
Worauf Chefärzte besonders achten sollten
Die Altersvorsorge eines Chefarztes sollte mindestens alle drei Jahre vollständig überprüft werden, da sich sowohl das Einkommen als auch die Steuergesetze und die Anlagemöglichkeiten verändern. Ärzteversichert bietet Chefärzten eine jährliche Gesamtübersicht aller Vorsorgeverträge und eine konkrete Empfehlung zu Anpassungen.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist die zu starke Konzentration auf eine Anlageklasse. Chefärzte, die ihr gesamtes Vermögen in selbst genutzten Immobilien haben, sind zwar gut abgesichert, aber wenig liquide. Wer einen erheblichen Immobilienanteil hat, sollte parallel einen ausreichenden Liquiditätspuffer in Form von Wertpapieren aufbauen.
Ebenfalls problematisch: das Vernachlässigen der Altersvorsorge zugunsten des Konsums. Ein hohes Chefarztgehalt verleitet dazu, den Lebensstandard unverhältnismäßig stark zu steigern, was die Sparquote senkt.
Fazit
Altersvorsorge als Chefarzt erfordert eine umfassende, strukturierte Strategie, die deutlich über das Versorgungswerk hinausgeht. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Versorgungswerke und Altersversorgung
- Bundesfinanzministerium – Altersvorsorge und Steuern
- GDV – Altersvorsorgeprodukte im Überblick
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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