Die Elternzeit ist eine Phase, in der das Einkommen drastisch sinkt. Viele Ärzte pausieren in dieser Zeit alle Sparmaßnahmen, was langfristig erhebliche Auswirkungen auf die Altersvorsorge haben kann. Wer jetzt strategisch handelt, minimiert die Lücken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Versorgungswerks-Beiträge können in der Elternzeit reduziert oder pausiert werden, was die spätere Rente mindert
  • Bestehende Altersvorsorgeverträge sollten nicht aufgelöst, sondern auf Mindestbeiträge reduziert werden
  • Die Elternzeit erzeugt Rentenlücken, die nach der Rückkehr durch erhöhte Beiträge kompensiert werden sollten

Altersvorsorge in der Phase Elternzeit

Das Versorgungswerk ist die wichtigste Säule der ärztlichen Altersvorsorge. Für Mitglieder, die kein ärztliches Einkommen erzielen, bieten die meisten Versorgungswerke die Möglichkeit, den Pflichtbeitrag auf den Mindeststeuerbeitrag von derzeit rund 250 bis 350 Euro monatlich zu reduzieren. Dieser Mindestbeitrag erhält die Mitgliedschaft und die aufgebauten Anwartschaften, ohne die Liquidität in der Elternzeit zu stark zu belasten.

Parallel laufende private Altersvorsorgeprodukte wie fondsgebundene Rentenversicherungen oder ETF-Sparpläne sollten ebenfalls nicht aufgelöst, sondern auf Mindestbeiträge reduziert werden. Das Auflösen erzeugt in der Regel steuerliche Konsequenzen und Auflösungskosten, die die Rendite erheblich schmälern. Ein ETF-Sparplan lässt sich in der Regel problemlos auf 25 Euro monatlich reduzieren, ohne den Vertrag zu gefährden.

Nach der Rückkehr aus der Elternzeit empfiehlt es sich, die Beiträge für ein bis zwei Jahre über das normale Niveau anzuheben, um die entstandenen Lücken zu kompensieren. Wer zum Beispiel ein Jahr Elternzeit mit Mindestbeiträgen genutzt hat, kann danach für 12 bis 24 Monate den monatlichen Versorgungswerks- oder Sparbeitrag um 20 bis 30 Prozent erhöhen.

Worauf Ärzte in der Elternzeit besonders achten sollten

Die Elternzeit ist ein guter Moment für eine vollständige Bestandsaufnahme aller Altersvorsorgeverträge. Welche Produkte laufen, welche Renditen werden erzielt, und passt die Strategie noch zu den aktuellen Lebenszielen? Ärzteversichert begleitet Ärzte in der Elternzeit mit einer kostenlosen Vertragsanalyse und gibt konkrete Empfehlungen, was gehalten, angepasst oder aufgelöst werden sollte.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das vollständige Pausieren aller Versorgungswerks-Beiträge ohne Prüfung der Auswirkungen. Die entgangene Rentenanwartschaft aus einem Jahr Elternzeit kann bei einem monatlichen Beitrag von 1.500 Euro rund 60 bis 100 Euro weniger Monatsrente bedeuten.

Ebenfalls problematisch: das Auflösen von Riester- oder Rürup-Verträgen, die staatliche Förderung enthalten. Die Rückzahlung von Zulagen und Steuervergünstigungen macht in diesen Fällen die Auflösung unwirtschaftlich.

Fazit

Altersvorsorge in der Elternzeit bedeutet vor allem, bestehende Strukturen zu erhalten und die Lücken bewusst zu managen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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