Als Facharzt beginnt eine Phase mit stabilem und wachsendem Einkommen, die ideal für den systematischen Aufbau der Altersvorsorge ist. Das Versorgungswerk allein reicht in der Regel nicht aus, um den Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Zusätzliche Vorsorge über Rürup-Rente, Kapitalmarktanlagen und Immobilien ist deshalb wichtig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Versorgungswerk deckt nach 35 Jahren Höchstbeitrag ca. 40 bis 60 Prozent des letzten Einkommens ab
  • Rürup-Rente ist steuerlich besonders attraktiv für Fachärzte mit hohem Einkommen
  • Frühzeitiger Diversifikationsmix aus Versorgungswerk, ETFs und Immobilien ist optimal

Altersvorsorge in der Phase Facharzt

Das Versorgungswerk der Ärzte ist die erste Säule der Altersvorsorge und für niedergelassene Ärzte Pflicht. Der Pflichtbeitrag entspricht dem Höchstbeitrag der gesetzlichen Rentenversicherung (ca. 1.480 Euro monatlich in 2025). Nach 35 Jahren Beitragszahlung ergibt sich eine monatliche Rente von ca. 3.000 bis 4.500 Euro, die jedoch der Einkommensteuer unterliegt. Bei einem gewohnten Monatsnetto von 6.000 Euro als Facharzt reicht das nicht aus.

Die Rentenlücke, also die Differenz zwischen Versorgungswerksrente und gewünschtem Renteneinkommen, muss durch private Vorsorge geschlossen werden. Die Rürup-Rente (Basisrente) ist dabei für Fachärzte besonders attraktiv: Beiträge bis 27.566 Euro jährlich sind steuerlich absetzbar, was bei einem Steuersatz von 42 Prozent eine jährliche Steuerersparnis von bis zu 11.600 Euro ergibt. Die Rente wird im Bezugsjahr nachgelagert versteuert, typischerweise zu einem niedrigeren Steuersatz als im Erwerbsleben.

Ergänzend empfehlen sich ETF-Sparpläne und, je nach Risikoneigung und Kapital, Immobilien als Kapitalanlage. Das Gesamtportfolio sollte aus drei bis fünf Bestandteilen bestehen: Versorgungswerk (Basis), Rürup-Rente (Steueroptimierung), ETF-Sparplan (Flexibilität und Rendite) und ggf. Immobilien (Inflationsschutz).

Worauf Fachärzte besonders achten sollten

Fachärzte sollten ihre Altersvorsorge-Strategie alle zwei bis drei Jahre überprüfen und anpassen, wenn sich Einkommens-, Familien- oder Steuersituation verändert. Ärzteversichert berät Fachärzte zu einem individuellen Altersvorsorge-Konzept, das alle relevanten Bausteine optimal kombiniert.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Typische Fehler sind die alleinige Verlässlichkeit auf das Versorgungswerk, zu hohe Beiträge in alte Kapitallebensversicherungen mit schlechter Rendite und das Vernachlässigen der Rürup-Rente als steuerliches Optimierungsinstrument.

Fazit

Altersvorsorge als Facharzt ist eine Daueraufgabe, die strukturiert und regelmäßig angegangen werden muss. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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