Als Oberarzt verbessert sich das Gehalt gegenüber der Assistenzarztzeit erheblich, was neue Spielräume für die Altersvorsorge eröffnet. Gleichzeitig ist die Karrieremitte der ideale Zeitpunkt, um die Vorsorgestrategie zu strukturieren und auf eine solide Basis zu stellen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Oberärzte zahlen Pflichtbeiträge ins berufsständische Versorgungswerk, die in den meisten Bundesländern zwischen 1.100 und 1.500 Euro monatlich liegen.
  • Freiwillige Höherbeiträge ins Versorgungswerk sind möglich und steuerlich als Sonderausgaben abzugsfähig, was bei einem Steuersatz von 42 Prozent den Netto-Aufwand halbiert.
  • Eine dritte Säule aus ETF-Sparplänen, Immobilien oder privaten Rentenversicherungen ergänzt das Versorgungswerk sinnvoll.

Altersvorsorge in der Phase Oberarzt

Die berufsständischen Versorgungswerke bieten Ärzten eine solide Grundversorgung im Alter. Die Höhe der späteren Rente richtet sich nach den eingezahlten Beiträgen und dem Eintrittszeitpunkt: Wer ab Berufsstart mit dem vollen Regelpflichtbeitrag einzahlt und 40 Beitragsjahre erreicht, kann je nach Bundesland mit einer Monatsrente von 3.500 bis 5.000 Euro rechnen.

Für Oberärzte ist das ein erster Anhaltspunkt, der häufig jedoch noch unter dem gewohnten Lebensstandard liegt. Wer als Oberarzt 10.000 Euro brutto verdient, verbraucht nach Steuern etwa 6.000 bis 7.000 Euro monatlich. Eine Versorgungsrente von 4.000 Euro deckt also nicht den vollen Bedarf, sofern keine weiteren Vorsorgebausteine vorhanden sind.

Empfehlenswert ist ein Drei-Säulen-Modell: Versorgungswerk als Pflichtbaustein, eine private Rentenversicherung oder Rürup-Rente als zweite Säule (steuerlich begünstigt, besonders interessant ab einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent) sowie ein breit gestreuter ETF-Sparplan als dritte, flexible Säule. Bei einem monatlichen Sparplan von 500 Euro in einen globalen ETF ergibt sich bei 7 Prozent durchschnittlicher Jahresrendite über 25 Jahre ein Kapital von rund 405.000 Euro.

Worauf Oberärzte besonders achten sollten

Oberärzte sollten jährlich einen aktuellen Rentenausweis ihres Versorgungswerks anfordern und die prognostizierte Rente mit ihrem geplanten Lebensstandard im Ruhestand abgleichen. Ärzteversichert unterstützt bei der Analyse der Versorgungslücke und zeigt geeignete Maßnahmen zur Schließung auf, von der Rürup-Rente bis zur Immobilienanlage.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist die alleinige Verlässlichkeit auf das Versorgungswerk ohne ergänzende Vorsorge, was bei frühem Karrierestart oder Beitragslücken zu einer erheblichen Versorgungslücke im Alter führt. Ein zweiter Fehler ist die zu späte Diversifikation: Wer erst mit 50 beginnt, eine zweite Vorsorgessäule aufzubauen, hat weniger Zeit für den Zinseszinseffekt.

Fazit

Die Oberarztphase ist die Hochzeit des Vermögensaufbaus. Wer jetzt strukturiert in alle drei Säulen investiert, sichert sich einen komfortablen Ruhestand. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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