Im Praktischen Jahr ist Altersvorsorge kein dringendes Thema, aber das Verstehen der Grundlagen legt die Basis für kluge Entscheidungen, die wenige Jahre später erhebliche finanzielle Auswirkungen haben. Wer früh mit kleinen Beträgen beginnt, profitiert über Jahrzehnte vom Zinseszinseffekt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im PJ gibt es kein Pflichtmitglied-Versorgungswerk, da noch kein ärztliches Arbeitsverhältnis besteht
  • Ein ETF-Sparplan mit 25 bis 50 Euro monatlich kann im PJ problemlos gestartet werden
  • Das Verständnis der drei Säulen der Altersvorsorge ist im PJ die wichtigste Investition in die Zukunft

Altersvorsorge in der Phase PJ (Praktisches Jahr)

Das Versorgungswerk der Ärztekammer ist eine Pflichtmitgliedschaft für approbierte Ärzte mit ärztlichem Einkommen. Im PJ besteht noch keine Approbation und kein ärztliches Arbeitsverhältnis, weshalb keine Beitragspflicht ins Versorgungswerk besteht. Das ändert sich direkt nach der Approbation und dem Start der Assistenzarztstelle.

Was im PJ bereits möglich und sinnvoll ist: ein ETF-Sparplan als einfache und kostengünstige Kapitalanlage. Wer bereits im PJ mit 25 Euro monatlich einen Sparplan auf einen weltweiten Aktienindex startet und diesen nach der Approbation auf 200 bis 500 Euro erhöht, hat nach 40 Jahren bei einer angenommenen Rendite von 6 Prozent jährlich ein erhebliches Vermögen aufgebaut. Der Unterschied zwischen einem Start mit 26 Jahren und einem Start mit 30 Jahren beläuft sich auf rechnerisch zehntausende Euro am Ende.

Viel wichtiger als der konkrete Produktabschluss im PJ ist das Verständnis des Systems: Das ärztliche Versorgungswerk übernimmt die erste Säule der Altersvorsorge. Private Kapitalanlagen und eventuelle betriebliche Altersvorsorge ergänzen diese. Wer dieses System früh versteht, trifft später bessere Entscheidungen.

Worauf PJler besonders achten sollten

Im PJ ist die Beratungsqualität bei Finanzprodukten oft schlecht. Banken und Versicherungsvertreter nutzen das Interesse junger Mediziner an Finanzthemen aus und bieten häufig teure, unflexible Produkte an. Ärzteversichert empfiehlt PJlern, sich zunächst über unabhängige Quellen zu informieren und keine langfristigen Vertragsabschlüsse vor der Approbation zu treffen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das Abschließen einer kapitalbildenden Lebensversicherung auf Empfehlung der Hausbank. Diese Produkte kombinieren Versicherungs- und Sparkomponenten, bieten aber in der Regel schlechtere Renditen als ein reiner ETF-Sparplan.

Ebenfalls problematisch: das Vergessen der Inflation. Wer heute 30 Euro im Monat spart und damit in 40 Jahren ein ausreichendes Rentenpolster aufzubauen hofft, hat die Kaufkraftentwicklung unterschätzt. Regelmäßige Anpassungen der Sparrate sind notwendig.

Fazit

Im PJ ist das Wissen über Altersvorsorge wichtiger als konkrete Produktabschlüsse. Die richtige Grundlage für spätere Entscheidungen entsteht jetzt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →