Eine Berufspause hinterlässt Spuren in der Altersvorsorge. Versorgungswerk-Beiträge wurden nicht gezahlt, private Verträge liefen möglicherweise beitragsfrei weiter oder wurden sogar gekündigt. Beim Wiedereinstieg ist eine strukturierte Bestandsaufnahme der Altersvorsorge der wichtigste erste Schritt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Während der Berufspause entstehen Lücken in der Versorgungswerk-Anwartschaft, die nicht vollständig nachgeholt werden können
  • Bestehende private Rentenversicherungen sollten beim Wiedereinstieg reaktiviert oder angepasst werden
  • Direkt beim Wiedereinstieg beginnt die Chance, mit erhöhten Beiträgen Versäumtes teilweise nachzuholen

Altersvorsorge in der Phase Wiedereinstieg

Wer zwei bis fünf Jahre aus dem Beruf ausgestiegen ist, hat in dieser Zeit keine oder stark reduzierte Versorgungswerk-Beiträge geleistet. Bei einem Beitragssatz von 1.200 Euro monatlich und einer Berufspause von drei Jahren fehlen 43.200 Euro an Versorgungswerk-Einzahlungen. Das entspricht je nach Versorgungswerk einer Rentenminderung von circa 200 bis 400 Euro monatlich im Alter.

Diese Lücke lässt sich nicht vollständig schließen, aber beim Wiedereinstieg sollten alle verfügbaren Altersvorsorge-Hebel genutzt werden. Wer als angestellter Arzt wieder einsteigt, kann freiwillige Mehrzahlungen ins Versorgungswerk leisten, sofern das jeweilige Versorgungswerk dies erlaubt. Als niedergelassener Arzt werden die vollen Pflichtbeiträge sofort wieder fällig.

Private Rentenversicherungen, die während der Pause beitragsfrei gestellt wurden, sollten beim Wiedereinstieg reaktiviert werden. Viele Verträge erlauben eine Reaktivierung ohne erneute Gesundheitsprüfung, solange die Beitragsfreistellung nicht länger als fünf Jahre gedauert hat. Darüber hinaus empfiehlt sich die Prüfung, ob eine Erhöhung des Beitrags möglich ist, um die Pause teilweise zu kompensieren.

Ein ETF-Sparplan als flexible Ergänzung zur versicherungsgebundenen Altersvorsorge erlaubt beim Wiedereinstieg eine schrittweise Wiederaufnahme mit kleinen Beträgen, die später erhöht werden können, sobald das Einkommen stabil ist.

Worauf Wiedereinsteiger bei der Altersvorsorge besonders achten sollten

Führen Sie beim Wiedereinstieg einen vollständigen Altersvorsorge-Check durch: Welche Verträge bestehen noch? Welche wurden aufgelöst? Wie hoch ist die aktuelle Versorgungswerk-Anwartschaft? Ärzteversichert erstellt eine umfassende Analyse Ihrer Altersvorsorgesituation nach der Pause und zeigt, welche Maßnahmen jetzt Priorität haben sollten.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist, bei der Wiederaufnahme des Berufs zuerst die Altersvorsorge zu erhöhen und dabei die Liquidität zu vernachlässigen. Gerade in der Anlaufphase des Wiedereinstiegs brauchen Sie ausreichend liquide Mittel. Ein weiterer Fehler ist, die während der Pause gekündigten Versicherungsverträge einfach durch neue zu ersetzen, ohne zu prüfen, ob eine Reaktivierung günstiger wäre.

Fazit

Beim Wiedereinstieg ist eine strukturierte Altersvorsorge-Analyse der wichtigste erste Schritt auf dem Weg zu einer gesunden Vorsorgesituation. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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