Als Facharzt steigen Gehalt und steuerliche Last. Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) kann in dieser Phase helfen, Steuern zu sparen und gleichzeitig Altersvorsorge zu betreiben, sofern der Arbeitgeber entsprechende Angebote macht.
Das Wichtigste in Kürze
- Angestellte Fachärzte können 2024 bis zu 3.624 Euro jährlich steuerfrei in die bAV einzahlen
- Die bAV ergänzt das Versorgungswerk und bietet zusätzliche Steuervorteile
- Bei einem Arbeitgeberwechsel muss die bAV gezielt geprüft und ggf. übertragen werden
Betriebliche Altersvorsorge in der Phase Facharzt
Die betriebliche Altersvorsorge ist für angestellte Fachärzte ein sinnvolles Instrument, um die Steuerlast im aktiven Berufsleben zu senken und gleichzeitig fürs Alter vorzusorgen. Beiträge zur bAV werden direkt vom Bruttolohn abgeführt, was den zu versteuernden Betrag mindert. Der steuerliche Vorteil ist bei einem Bruttogehalt von 8.000 Euro als Facharzt besonders spürbar, da der Grenzsteuersatz hier bereits bei 42 Prozent liegt.
Arbeitgeber sind seit 2019 verpflichtet, bei Entgeltumwandlung in bAV-Verträge, die nach diesem Datum abgeschlossen wurden, einen Zuschuss von mindestens 15 Prozent zu leisten, sofern sie durch die Entgeltumwandlung Sozialabgaben einsparen. Diese Pflicht gilt grundsätzlich auch für Krankenhäuser als Arbeitgeber.
Für Fachärzte, die häufiger die Stelle wechseln, um die Weiterbildung abzuschließen, ist die Portabilität der bAV wichtig. Beiträge in einer Direktversicherung oder Pensionskasse können bei einem Arbeitgeberwechsel mitgenommen werden, wenn die Bedingungen des neuen Arbeitgebers dies zulassen. Andernfalls werden die Beiträge beitragsfrei gestellt und erst im Rentenalter ausgezahlt.
Worauf Fachärzte besonders achten sollten
Die bAV ersetzt weder die Versorgungswerk-Mitgliedschaft noch den privaten Aufbau einer Altersvorsorge. Sie ist ein Ergänzungsinstrument, das besonders dann lohnt, wenn der Arbeitgeber großzügige Zuschüsse zahlt. Ärzteversichert prüft, ob die bAV-Konditionen Ihres Arbeitgebers wirklich vorteilhaft sind oder ob alternative Vorsorgeprodukte günstiger wären.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Viele Fachärzte schließen bAV-Verträge ab, ohne die Kosten und Renditeerwartungen zu vergleichen. Versicherungsgebundene bAV-Produkte haben oft hohe Abschlusskosten, die die steuerlichen Vorteile teilweise wieder aufzehren.
Fazit
Die betriebliche Altersvorsorge ist als Facharzt ein sinnvolles Instrument, das aber im Gesamtkontext der Altersvorsorge bewertet werden sollte. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- BMAS – Betriebliche Altersversorgung
- Bundesministerium der Finanzen – bAV-Förderung
- GDV – Betriebliche Altersvorsorge
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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