Beim Wiedereinstieg nach einer Berufspause starten viele Ärzte in einem neuen Arbeitsverhältnis oder unter veränderten Konditionen. Das ist der richtige Moment, die betriebliche Altersvorsorge neu aufzusetzen oder eine unterbrochene Police wieder zu aktivieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Wiedereinstieg in ein neues Arbeitsverhältnis muss eine neue bAV-Vereinbarung getroffen werden
  • Alte bAV-Anwartschaften aus früheren Arbeitsverhältnissen bleiben erhalten und können unter Umständen mitgenommen werden
  • Der Zeitpunkt des Wiedereinstiegs ist ideal, um die Altersvorsorge neu zu strukturieren

Betriebliche Altersvorsorge in der Phase Wiedereinstieg

Wer nach einer Pause in einem neuen Arbeitsverhältnis startet, hat keinen automatischen Anspruch auf Weiterführung einer früheren bAV beim neuen Arbeitgeber. Eine Mitnahme des alten Vertrags ist möglich, wenn der neue Arbeitgeber den Versicherer und das Produkt akzeptiert. Das ist jedoch nicht immer der Fall, da viele Arbeitgeber eigene Rahmenverträge mit bestimmten Versicherern haben.

Die Alternative ist eine Beitragsfreistellung des alten Vertrags, also das Einfrieren der bereits angesammelten Anwartschaft ohne weitere Beiträge. Diese Anwartschaft ist nach Ablauf der Unverfallbarkeitsfristen (mindestens drei Jahre Betriebszugehörigkeit und das 21. Lebensjahr) gesetzlich geschützt und wird im Rentenalter ausgezahlt.

Beim neuen Arbeitgeber kann eine neue bAV vereinbart werden. Seit 2019 müssen Arbeitgeber bei Entgeltumwandlungen einen Pflichtbeitrag von mindestens 15 Prozent auf den umgewandelten Betrag leisten. Für Wiedereinsteiger, die häufig verhandlungsbereit gegenüber dem neuen Arbeitgeber auftreten, ist das ein gutes Argument, die bAV direkt beim Einstieg zu vereinbaren.

Worauf Ärzte beim Wiedereinstieg besonders achten sollten

Der Wiedereinstieg ist auch eine gute Gelegenheit, alle laufenden Altersvorsorgeverträge auf Aktualität zu prüfen. Wer fünf Jahre Pause hatte, stellt möglicherweise fest, dass sich die eigene Altersvorsorge in dieser Zeit nicht weiterentwickelt hat. Ärzteversichert führt für Wiedereinsteiger eine vollständige Vorsorgeanalyse durch und zeigt auf, welche Lücken bestehen und wie sie geschlossen werden können.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das unreflektierte Einfrieren aller alten bAV-Verträge ohne Prüfung, ob eine Mitnahme sinnvoller wäre. Produkte mit hohen Garantieverzinsungen aus den 1990er oder frühen 2000er Jahren sind oft wertvoller als neue Abschlüsse.

Ebenfalls problematisch: das Vergessen, den neuen Arbeitgeber auf den bAV-Anspruch hinzuweisen. Der Arbeitgeber muss die bAV nicht von sich aus anbieten, aber er muss sie ermöglichen, wenn der Arbeitnehmer danach fragt.

Fazit

Der Wiedereinstieg ist der ideale Zeitpunkt, die betriebliche Altersvorsorge neu zu strukturieren und sicherzustellen, dass keine Lücken entstehen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

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