Als Chefarzt sind Sie häufig über Liquidationshonorare an den wirtschaftlichen Ergebnissen Ihrer Abteilung beteiligt. Eine längere Betriebsunterbrechung, sei es durch Brand, IT-Ausfall oder strukturelle Schließung, kann diese Einnahmequelle empfindlich treffen. Eine durchdachte Absicherung schützt Einnahmen und berufliche Reputation.

Das Wichtigste in Kürze

  • Chefärzte mit Liquidationsrecht sind besonders exponiert bei Betriebsunterbrechungen
  • Privatliquidation kann bei Abteilungssperrung für Monate komplett wegfallen
  • Spezifische Betriebsunterbrechungsversicherung für Chefarztpositionen prüfen

Betriebsunterbrechung in der Phase Chefarzt

Chefärzte in Deutschland erhalten neben ihrem tariflichen Grundgehalt häufig das Recht zur Privatliquidation, das heißt, sie dürfen Wahl- oder Privatpatienten direkt abrechnen. Dieses Liquidationsrecht macht bei vielen Chefärzten 30 bis 60 Prozent des Gesamteinkommens aus. Bei einem Jahresbruttoeinkommen von 200.000 bis 400.000 Euro entfällt also ein erheblicher Teil auf die Privatliquidation.

Wird die Abteilung aus baulichen, sanitären oder administrativen Gründen vorübergehend geschlossen, oder fällt durch einen IT-Großausfall das Krankenhausinformationssystem für Wochen aus, entfällt dieses Liquidationsrecht vollständig. Das Grundgehalt bleibt erhalten, aber der gesamte zusätzliche Einkommensteil ist gefährdet. Für einen Chefarzt mit 80.000 Euro Jahresliquidation bedeutet eine dreimonatige Unterbrechung einen Ausfall von 20.000 Euro.

Eine Betriebsunterbrechungsversicherung für Chefärzte mit Liquidationsrecht ist ein spezialisiertes Produkt, das am Markt von einigen wenigen Anbietern angeboten wird. Alternativ kann ein Einkommensschutz über eine Krankentagegeldversicherung geprüft werden, sofern die Unterbrechung krankheitsbedingt ist. Für strukturelle Unterbrechungen ist eine eigenständige Police notwendig.

Worauf Chefärzte besonders achten sollten

Chefärzte sollten den genauen Umfang ihres Liquidationsrechts kennen und den jährlichen Durchschnittswert ermitteln. Ärzteversichert prüft, ob eine bestehende oder neue Betriebsunterbrechungsversicherung die spezifische Chefarzt-Situation abdeckt, und empfiehlt passende Lösungen für diesen oft unterschätzten Einkommensbestandteil.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein typischer Fehler ist die Annahme, dass das Krankenhaus im Schadensfall das Liquidationseinkommen ersetzt. Das ist in der Regel nicht der Fall. Auch wird die Privatliquidation im Versicherungsportfolio häufig nicht separat erfasst.

Fazit

Chefärzte mit Liquidationsrecht sollten ihre Einkommenssituation vollständig absichern und keine Lücken beim variablen Einkommensteil tolerieren. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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