Als etablierter Praxisinhaber hängt das Einkommen vollständig von der eigenen Arbeitskraft ab. Eine Berufsunfähigkeit würde nicht nur das persönliche Einkommen gefährden, sondern den gesamten Praxisbetrieb.
Das Wichtigste in Kürze
- Für Praxisinhaber ist die BU-Versicherung noch wichtiger als für angestellte Ärzte, da kein Arbeitgeber absichert
- Die BU sollte das persönliche Nettoeinkommen des Arztes absichern, nicht nur die Praxiskosten
- Bestehende Verträge aus der Assistenzarztzeit müssen regelmäßig an das gestiegene Einkommen angepasst werden
BU-Versicherung in der Phase Etablierter Praxisinhaber
Ein niedergelassener Arzt mit einem Jahresgewinn von 150.000 Euro zahlt auf Basis einer BU-Versicherung von 2.000 Euro monatlich deutlich weniger als er im Ernstfall benötigt. Viele Praxisinhaber schließen die Lücke nicht, weil sie glauben, das Versorgungswerk würde ausreichend absichern. Tatsächlich zahlt das Versorgungswerk erst bei vollständiger Erwerbsminderung, die BU-Versicherung leistet aber schon, wenn der Arzt seinen Beruf in der zuletzt ausgeübten Form zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann.
Die monatliche BU-Rente sollte als Praxisinhaber mindestens das private Nettoeinkommen absichern, also den Betrag, den der Arzt nach Abzug aller Praxiskosten für sich selbst entnimmt. Wenn dieser Betrag bei 6.000 Euro netto liegt, sollte die BU-Rente mindestens 5.000 bis 6.000 Euro monatlich betragen. Zusätzlich kann eine Praxisausfallversicherung die laufenden Betriebskosten übernehmen.
Für etablierte Praxisinhaber ist auch der Ausschluss der abstrakten Verweisung besonders wichtig: Der Versicherer darf im Leistungsfall nicht auf eine andere ärztliche Tätigkeit verweisen, die theoretisch noch ausgeübt werden könnte. Diese Klausel muss explizit im Vertrag vereinbart sein.
Worauf etablierte Praxisinhaber besonders achten sollten
Mit steigendem Praxisumsatz wächst auch der Absicherungsbedarf. Ärzteversichert überprüft jährlich, ob die bestehende BU-Rente noch zur aktuellen Einkommenssituation passt, und empfiehlt Anpassungen oder ergänzende Produkte.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das Unterlassen der regelmäßigen BU-Überprüfung, was dazu führt, dass die Police auf einem jahrzehntealten Einkommensniveau bleibt. Auch der fehlende Ausschluss der abstrakten Verweisung ist ein verbreitetes und folgenreiches Versäumnis.
Fazit
Die BU-Versicherung ist für etablierte Praxisinhaber die wichtigste persönliche Absicherung überhaupt und verdient regelmäßige Aufmerksamkeit. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Berufsunfähigkeitsversicherung
- Bundesärztekammer – Praxisnachfolge und Absicherung
- ABV – Erwerbsminderungsrente Versorgungswerk
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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