Als Facharzt ist die Arbeitskraft das wertvollste Kapital. Ein dauerhafter Ausfall durch Krankheit oder Unfall würde ohne ausreichenden Schutz das bisher Aufgebaute gefährden. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb eine der wichtigsten Absicherungen für Fachärzte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Statistisch wird etwa jeder vierte Arzt im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig, häufigste Ursachen sind psychische Erkrankungen (über 30 Prozent) und Erkrankungen des Bewegungsapparats.
  • Eine BU-Rente sollte mindestens 60 bis 70 Prozent des Nettoeinkommens absichern, für einen Facharzt mit 7.000 Euro netto bedeutet das eine BU-Rente von 4.200 bis 4.900 Euro monatlich.
  • Die Laufzeit sollte bis zum Beginn der Versorgungsrente reichen, also in der Regel bis zum 65. oder 67. Lebensjahr.

BU-Versicherung in der Phase Facharzt

Mit dem Abschluss der Facharztweiterbildung steigt das Einkommen signifikant, und das Absicherungsbedürfnis wächst entsprechend. Ein BU-Vertrag, der noch in der Studienzeit oder als Assistenzarzt zu einer niedrigeren Berufsgruppe abgeschlossen wurde, sollte auf Aktualität geprüft werden: Fachärzte profitieren in hochwertigen Tarifen von der günstigen Berufsgruppeneinstufung "Arzt", die niedrigere Prämien ermöglicht als vergleichbare Berufe.

Die Höhe der BU-Rente sollte die monatlichen Lebenshaltungskosten einschließlich laufender Versicherungsbeiträge, Miete und Kreditraten decken. Wenn ein Facharzt für 2.500 Euro monatlich wohnt, 600 Euro PKV-Beitrag zahlt, 1.000 Euro Versorgungswerk-Beitrag (der bei BU entfällt, aber durch die eigene Rente zu ersetzen ist) und Lebenshaltungskosten von 2.000 Euro hat, ergibt sich ein Mindestbedarf von rund 5.000 Euro monatlicher BU-Rente.

Die Gesundheitsprüfung wird mit zunehmendem Alter schwieriger. Wer als Facharzt noch gesund ist, sollte bestehende Verträge mit Nachversicherungsoptionen nutzen oder einen neuen, höherwertigen Vertrag abschließen, bevor etwaige Erkrankungen die Aufnahme erschweren.

Worauf Fachärzte besonders achten sollten

Für Ärzte ist die Klausel zur "echten ärztlichen Berufsunfähigkeit" entscheidend: Sie verhindert, dass der Versicherer auf eine andere ärztliche Tätigkeit verweist, wenn die spezifische Facharzttätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann. Ärzteversichert prüft bestehende Verträge auf diese und weitere wichtige Klauseln und zeigt Verbesserungsmöglichkeiten auf.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist die zu niedrige Absicherungssumme: Viele Fachärzte unterschätzen ihren tatsächlichen monatlichen Bedarf und sichern nur ein Drittel bis die Hälfte des Nettoeinkommens ab. Ein zweiter Fehler ist das Vergessen von Nachversicherungsoptionen bei Einkommenserhöhungen durch Gehaltserhöhungen oder Spezialisierungen.

Fazit

Eine gut konzipierte BU-Versicherung gehört zum Fundament jeder ärztlichen Finanzplanung. Fachärzte sollten bestehende Verträge kritisch prüfen und gegebenenfalls anpassen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →