Die Phase der Praxisabgabe und des Übergangs in den Ruhestand kann psychisch belastend sein: Die berufliche Identität wandelt sich, soziale Strukturen verändern sich, und der Übergang von intensiver Arbeit in den Ruhestand kann ein Gefühl der Orientierungslosigkeit auslösen. Vorausschauende Psychohygiene ist in dieser Phase entscheidend.
Das Wichtigste in Kürze
- Ruhestandsdepression und Burnout-ähnliche Symptome nach der Praxisabgabe sind häufiger als angenommen
- Eine strukturierte Übergabe mit sinnvoller Nachfolgeaktivität schützt vor dem Identitätsverlust
- Professionelle Unterstützung durch Coaching oder Psychotherapie sollte keine Hemmschwelle haben
Burnout-Prävention in der Phase Praxisabgabe / Ruhestand
Viele Ärzte definieren sich über ihre Arbeit. Die Praxisabgabe bedeutet daher nicht nur das Ende einer beruflichen Phase, sondern auch den Verlust eines zentralen Identitätsmerkmals. Studien zeigen, dass Ärzte im Ruhestand überproportional häufig von Depressionssymptomen, sozialer Isolation und Sinnkrisen berichten.
Eine strukturierte Übergabe über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren, bei der der abgebende Arzt dem Nachfolger zur Seite steht, schafft einen sanften Übergang. Gleichzeitig ist es wichtig, schon vor der Praxisabgabe neue sinnvolle Aktivitäten aufzubauen: ehrenamtliche Tätigkeit in der medizinischen Versorgung, Lehrtätigkeit, Gutachtertätigkeit oder engagierte Freizeitgestaltung.
Finanziell relevant ist Burnout in dieser Phase primär als Risiko für unüberlegte Finanzentscheidungen: Ärzte im Übergang treffen häufiger riskante Investitionsentscheidungen, verschenken Vermögen unkontrolliert oder vernachlässigen die eigene finanzielle Planung. Eine professionelle Finanzbegleitung kann diese Risiken mindern.
Worauf Ärzte in der Praxisabgabe besonders achten sollten
Planen Sie Ihre Nachruhestandsaktivitäten genauso sorgfältig wie den Praxisverkauf. Ärzteversichert empfiehlt, parallel zur finanziellen Ruhestandsplanung auch einen persönlichen Übergangsplan für sinnvolle Aktivitäten im Ruhestand zu erstellen.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Viele Ärzte hören von einem Tag auf den anderen vollständig auf und erleben dann einen starken Identitätsverlust. Außerdem werden Warnsignale von Erschöpfung bereits in der Übergabephase oft ignoriert.
Fazit
Vorausschauende Burnout-Prävention in der Praxisabgabephase schützt sowohl die psychische Gesundheit als auch das aufgebaute Vermögen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Ärztliche Gesundheit
- Bundesgesundheitsministerium – Psychische Gesundheit
- GDV – Berufsunfähigkeitsversicherung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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