Als Oberarzt tragen Sie Leitungsverantwortung für ein Team und treffen medizinische wie organisatorische Entscheidungen mit erheblichen finanziellen Konsequenzen. Eine D&O-Versicherung schützt vor persönlicher Haftung aus Entscheidungsfehlern in dieser Führungsrolle.

Das Wichtigste in Kürze

  • Oberärzte mit Leitungsfunktion haften persönlich für Organisations- und Aufsichtsfehler
  • Eine D&O-Versicherung deckt Vermögensschäden, die durch fehlerhafte Managemententscheidungen entstehen
  • Krankenhäuser schließen oft Gruppen-D&O ab, die leitende Ärzte jedoch nicht immer ausreichend schützen

D&O-Versicherung in der Phase Oberarzt

Oberärzte führen Abteilungen oder Stationen, sind für die Einhaltung von Hygiene- und Behandlungsstandards verantwortlich und treffen Entscheidungen über Personalplanung, Geräteeinsatz und Behandlungsabläufe. Wenn aus einer dieser Entscheidungen ein Schaden entsteht, kann das Krankenhaus oder ein geschädigter Dritter den verantwortlichen Oberarzt persönlich auf Schadensersatz in Anspruch nehmen.

Die Directors-and-Officers-Versicherung, kurz D&O, deckt genau dieses Haftungsrisiko ab. Sie übernimmt die Kosten für die Rechtsverteidigung sowie eventuelle Schadenersatzzahlungen, sofern ein Vermögensschaden durch eine fehlerhafte unternehmerische Entscheidung entstanden ist. Typische Schadensszenarien im klinischen Umfeld sind Fehlallokation von Ressourcen, unzureichende Dokumentation, die zu Regressforderungen führt, oder Organisationsmängel bei Bereitschaftsdiensten.

Viele Kliniken schließen eine Gruppen-D&O-Police für ihre Führungskräfte ab. Diese deckt jedoch nicht immer alle Szenarien ab, und Interessenkonflikte zwischen Klinik und individuellem Arzt sind möglich. Eine eigene D&O-Versicherung als Ergänzung kostet für Oberärzte typischerweise 300 bis 600 Euro jährlich und gibt deutlich mehr Sicherheit, weil der Schutz individuell gestaltet ist und der Arzt selbst der Versicherungsnehmer ist.

Besonders relevant ist die D&O-Versicherung für Oberärzte, die als ärztliche Leiter von MVZ-Strukturen oder Praxisgemeinschaften tätig sind: Hier ist die persönliche Haftung noch unmittelbarer als in der angestellten klinischen Tätigkeit.

Worauf Oberärzte besonders achten sollten

Prüfen Sie zunächst, ob und in welchem Umfang Ihr Arbeitgeber eine D&O-Versicherung für Sie abgeschlossen hat. Ärzteversichert analysiert bestehende Gruppenversicherungen auf Schutzlücken und empfiehlt individuelle Ergänzungslösungen für Oberärzte in leitender Funktion.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Viele Oberärzte gehen davon aus, dass die Berufshaftpflichtversicherung des Krankenhauses auch Managemententscheidungen abdeckt. Das ist falsch: Die Berufshaftpflicht deckt Behandlungsfehler, nicht Organisationsverschulden im Leitungsbereich. Ein weiterer Fehler ist, sich auf eine Gruppen-D&O zu verlassen, ohne den tatsächlichen Deckungsumfang zu kennen.

Fazit

Oberärzte mit Leitungsverantwortung sollten ihren D&O-Schutz aktiv prüfen und gegebenenfalls individuell ergänzen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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