Das Elterngeld ist eine der wichtigsten Einkommensquellen während der Elternzeit. Für Ärzte mit hohem Vorjahreseinkommen ist die richtige Planung besonders lohnend, da das Elterngeld auf das Maximumniveau gedeckelt ist, aber die Monatswahl erheblichen Einfluss auf die Gesamtsumme haben kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Elterngeld beträgt 67 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten 12 Monate, maximal 1.800 Euro monatlich für Basiselterngeld.
  • Die Wahl der Elterngeldbezugsmonate sollte so erfolgen, dass keine einkommensstarken Monate in den Berechungszeitraum fallen.
  • ElterngeldPlus verdoppelt die Bezugsdauer bei halbierter monatlicher Leistung und ist bei Teilzeittätigkeit kombinierbar.

Elterngeld-Optimierung in der Phase Elternzeit

Für Ärzte mit einem Nettoeinkommen von über 2.600 Euro monatlich ist das Elterngeld auf 1.800 Euro monatlich gedeckelt. Das bedeutet: Die Deckelung greift ab einem Nettoeinkommen von rund 2.695 Euro monatlich, was bei den meisten Ärzten bereits ab dem Assistenzarzt-Niveau der Fall ist. Für Fachärzte und Oberärzte mit deutlich höherem Einkommen ist die relative Einkommensersatzquote durch die Deckelung geringer als 67 Prozent.

Wichtig ist der Berechnungszeitraum: Das Elterngeld wird anhand der letzten 12 Monate vor dem Monat der Geburt berechnet. Monate mit besonders hohem Einkommen (z.B. durch Sonderzahlungen, Weihnachtsgeld, hohe Bereitschaftsdienstquoten) erhöhen den Durchschnitt. Da aber die Maximalgrenze greift, können diese Monate die Leistung nicht erhöhen, schaden aber nicht. Anders verhält es sich bei Ärzten, die kurz vor der Geburt in Teilzeit gewechselt haben: Niedrige Einkommensmonate senken den Durchschnitt und damit das Elterngeld.

Strategisch sinnvoll ist die Kombination von Basiselterngeld (14 Monate mit je 1.800 Euro) und anschließendem ElterngeldPlus: Das maximiert die Gesamtlaufzeit des staatlichen Einkommensersatzes.

Worauf Ärzte in der Elternzeit besonders achten sollten

Wer in Elternzeit auch Teilzeit arbeitet, muss dies dem Elterngeld-Sachbearbeiter korrekt melden, da Zuverdienst über 300 Euro das Elterngeld reduziert. Ärzteversichert empfiehlt, im Zusammenhang mit der Elternzeit-Finanzplanung auch die Versicherungsverträge auf Beitragspausen und Leistungsänderungen zu überprüfen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist die fehlende Koordination zwischen den Elterngeldmonaten beider Partner: Wenn beide gleichzeitig volle Elternzeit nehmen, ohne Partnerschaftsbonus zu beantragen, werden Zusatzmonate verschenkt. Ein zweiter Fehler ist das Vergessen des Antrags bei der Elterngeldstelle, der innerhalb von 3 Monaten nach der Geburt gestellt werden muss, damit keine Monate verloren gehen.

Fazit

Eine kluge Elterngeldstrategie maximiert das Gesamteinkommen in der Elternzeit. Die Beratung durch das Elterngeld-Büro oder einen Fachanwalt für Sozialrecht lohnt sich. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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