Als Facharzt verdienen Sie in der Regel deutlich mehr als der Bevölkerungsdurchschnitt, stoßen beim Elterngeld aber schnell an die gesetzliche Deckelung. Mit gezielter Planung lässt sich trotzdem mehr herausholen als ohne Vorbereitung.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Basiselterngeld ist auf 1.800 Euro monatlich gedeckelt, unabhängig vom tatsächlichen Voreinkommen
- Das ElterngeldPlus ermöglicht eine längere Bezugsdauer bei halbierten Monatssätzen
- Fachärzte mit hohem Einkommen profitieren besonders von der Partnerschaftsbonus-Regelung
Elterngeld-Optimierung in der Phase Facharzt
Ein Facharzt mit einem Bruttoeinkommen von 8.000 Euro monatlich erhält 65 bis 67 Prozent des Nettodurchschnittseinkommens der letzten zwölf Monate, capped bei 1.800 Euro Basiselterngeld. Wer beide Elternteile berücksichtigt und das ElterngeldPlus nutzt, kann den Gesamtbezugszeitraum auf bis zu 28 Monate ausdehnen, was den Gesamtbetrag trotz niedrigerer Monatsbeträge steigert.
Die Wahl der Bemessungsmonate ist entscheidend. Monate mit Krankengeldbezug, Kurzarbeit oder Einkommensausfällen durch Elternzeit für ältere Kinder können auf Antrag aus der Berechnung ausgenommen werden. Das kann bei Fachärzten mit variablem Einkommen, also schwankenden Dienstzahlungen oder Prämien, einen spürbaren Unterschied machen.
Besonders relevant ist der Partnerschaftsbonus: Arbeiten beide Elternteile gleichzeitig zwischen 24 und 32 Stunden wöchentlich, erhalten beide vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate. Für einen Facharzt, der nach der Elternzeit in Teilzeit zurückkehrt, ist das eine attraktive Möglichkeit, den Elterngeldbezug zu verlängern.
Worauf Fachärzte besonders achten sollten
Viele Fachärzte haben Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, die den Bemessungsdurchschnitt in einzelnen Monaten nach oben verzerren. Ärzteversichert empfiehlt, gemeinsam mit einem Steuerberater die optimale Aufteilung der Elternzeit und die Wahl zwischen Basiselterngeld und ElterngeldPlus durchzurechnen, bevor der Antrag gestellt wird.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das Beantragen ohne Vorberechnung. Wer nicht genau weiß, welche Monate in den Bemessungszeitraum fallen und welche ausgeklammert werden können, verschenkt möglicherweise mehrere hundert Euro im Monat.
Ebenfalls problematisch ist die falsche Aufteilung zwischen den Partnern. Wenn ein Partner deutlich mehr verdient und trotzdem die kürzere Elternzeit nimmt, geht das günstigere Elterngeld verloren, das der besser verdienende Partner erhalten hätte.
Fazit
Elterngeld-Optimierung für Fachärzte ist komplex, aber mit der richtigen Vorbereitung lassen sich mehrere tausend Euro zusätzlich herausholen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Familie – ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus
- Gesetze im Internet – BEEG Elterngeldberechnung
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Elternzeit und Rückkehr
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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