Ärzte, die nach der Elternzeit wieder in den Beruf einsteigen, stehen oft vor der Frage, wie die verbleibenden Elterngeldmonate am sinnvollsten genutzt werden können. Eine clevere Elterngeldstrategie maximiert das Gesamteinkommen in der Übergangsphase.
Das Wichtigste in Kürze
- ElterngeldPlus ermöglicht eine Verdopplung der Bezugsmonate auf maximal 28 Monate bei halbiertem monatlichem Betrag, was sich mit Teilzeitarbeit kombinieren lässt.
- Wer beim Wiedereinstieg mit Teilzeit startet, kann ElterngeldPlus parallel zum Arbeitseinkommen beziehen, sofern die Wochenarbeitszeit unter 32 Stunden liegt.
- Partnerschaftsbonus-Monate (4 zusätzliche ElterngeldPlus-Monate je Elternteil) sind bei gleichzeitiger Teilzeittätigkeit beider Partner möglich.
Elterngeld-Optimierung beim Wiedereinstieg
Der Wiedereinstieg in die ärztliche Tätigkeit muss nicht den sofortigen Wegfall des Elterngeldes bedeuten. Wer mit einer Teilzeitstelle in Höhe von 50 bis 75 Prozent der Vollzeitstelle einsteigt und noch ElterngeldPlus-Monate hat, kann beides kombinieren.
Rechenbeispiel: Ein Arzt mit bisherigem Nettoeinkommen von 5.000 Euro monatlich erhält beim ElterngeldPlus maximal 900 Euro monatlich (Höchstgrenze) für bis zu 28 Monate, wenn beide Elternteile je 14 Monate nehmen. Beim Wiedereinstieg mit 75 Prozent Teilzeit erhält er 3.750 Euro Arbeitseinkommen netto plus 900 Euro ElterngeldPlus, also insgesamt 4.650 Euro monatlich, was nahe am früheren Vollzeiteinkommen liegt.
Die Beantragung des Partnerschaftsbonus erfordert, dass beide Elternteile gleichzeitig für 4 Monate zwischen 25 und 32 Stunden wöchentlich arbeiten. Für Ärzte mit Partnerschaftsbonus verlängert sich der ElterngeldPlus-Bezug um 4 weitere Monate je Elternteil.
Worauf Ärzte beim Wiedereinstieg besonders achten sollten
Die Antragstellung für ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus muss vor dem entsprechenden Bezugszeitraum erfolgen, rückwirkende Anträge sind nicht möglich. Ärzteversichert weist darauf hin, dass beim Wiedereinstieg in Teilzeit der Versicherungsschutz auf das neue Einkommensniveau angepasst werden sollte, besonders die Berufsunfähigkeitsversicherung.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das vorzeitige Wechseln vom ElterngeldPlus-Modell in eine Vollzeitstelle, ohne den Verlust der Elterngeldmonate zu berücksichtigen. Ein zweiter Fehler ist das Nichtbeantragen des Partnerschaftsbonus, weil das Modell unbekannt ist, obwohl die Voraussetzungen erfüllt wären.
Fazit
Mit einer cleveren Elterngeldstrategie lässt sich der Wiedereinstieg in den Beruf finanziell optimal gestalten. Die Kombination aus Teilzeitarbeit und ElterngeldPlus ist für viele Ärzte die beste Lösung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Familie – ElterngeldPlus
- BMAS – Elternzeit und Elterngeld
- Gesetze im Internet – BEEG
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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