Eine unverhoffte Erbschaft als Assistenzarzt kann die finanzielle Situation grundlegend verändern, wirft aber gleichzeitig zahlreiche Fragen auf: Annehmen oder ausschlagen? Wie umgehen mit Schulden des Erblassers? Welche Steuern fallen an? Wer die richtigen Schritte kennt, kann die Erbschaft gewinnbringend für Vermögensaufbau und Absicherung nutzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erbschaft immer zunächst annehmen oder ausschlagen entscheiden (Frist: 6 Wochen)
  • Erbschaftsteuer fällt je nach Verwandtschaftsgrad ab bestimmten Freibeträgen an
  • Unerwartetes Kapital sollte strukturiert und langfristig angelegt werden

Erbschaft in der Phase Assistenzarzt

Als Assistenzarzt ist man häufig noch in der Aufbauphase und verfügt über ein Bruttogehalt von rund 5.500 bis 7.000 Euro monatlich (je nach Tarifvertrag TV-Ärzte). Eine Erbschaft kann in dieser Phase einen erheblichen Unterschied machen, sei es durch Tilgung von Studienkrediten, Aufbau eines Notgroschens oder erste Investitionen.

Der erste Schritt bei jeder Erbschaft ist die Entscheidung über Annahme oder Ausschlagung. Die gesetzliche Frist beträgt sechs Wochen ab Kenntnis des Erbfalls. Bei überschuldetem Nachlass empfiehlt sich eine Ausschlagung, um die Haftung für Schulden des Erblassers zu vermeiden. Ein Notar oder Anwalt kann innerhalb weniger Stunden Klarheit über die Vermögenslage des Erblassers verschaffen.

Bei Annahme der Erbschaft fällt Erbschaftsteuer an, sofern der Wert den Freibetrag übersteigt. Für Kinder gilt ein Freibetrag von 400.000 Euro, für Geschwister oder Nichten und Neffen nur 20.000 Euro. Über den Freibetrag hinausgehende Beträge werden mit 7 bis 43 Prozent besteuert, abhängig von Verwandtschaftsgrad und Höhe. Immobilien werden mit dem Verkehrswert angesetzt, können aber unter bestimmten Bedingungen begünstigt bewertet werden.

Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten

Assistenzärzte sollten eine geerbte Summe nicht impulsiv ausgeben, sondern zunächst einen Plan erstellen. Sinnvolle Verwendung sind der Aufbau eines Notgroschens (3 bis 6 Monatseinkommen), die Tilgung hochverzinster Schulden und langfristige Investitionen in breit gestreute ETFs oder Immobilien. Ärzteversichert empfiehlt, im Zuge einer Erbschaft auch die bestehende Absicherung zu überprüfen, da sich der Bedarf durch das gewachsene Vermögen verändern kann.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Typische Fehler sind das unkritische Annehmen einer Erbschaft ohne Prüfung der Schulden sowie das Anlegen des Geldes auf Tagesgeldkonten ohne langfristige Strategie. Auch die Vernachlässigung der Erbschaftsteuererklärung kann kostspielig werden.

Fazit

Eine Erbschaft als Assistenzarzt ist eine Chance, die mit Bedacht und strukturiert genutzt werden sollte. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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