Wer nach einer Berufspause wieder ins Arbeitsleben einsteigt, tritt oft in eine Lebensphase ein, in der Erbschaften von Eltern oder Großeltern aktuell werden. Der richtige Umgang mit diesem Vermögen hat langfristige Auswirkungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Erbschaft kann beim Wiedereinstieg als Startkapital für Investitionen oder zur Schuldenreduzierung genutzt werden
- Geerbtes Kapital ist steuerfrei bis zu den gesetzlichen Freibeträgen (Kinder: 400.000 Euro, Ehepartner: 500.000 Euro)
- Geerbte Immobilien sollten vor einer Entscheidung über Halten oder Verkaufen bewertet werden
Erbschaft in der Phase Wiedereinstieg
Der Wiedereinstieg fällt häufig in den Altersbereich zwischen 35 und 50 Jahren, also in die Phase, in der Erbschaften von Eltern oder Großeltern statistisch am häufigsten vorkommen. Eine Erbschaft in dieser Lebensphase kann den Wiedereinstieg erheblich erleichtern oder neue Möglichkeiten eröffnen.
Geerbtes Geldvermögen sollte nicht einfach auf dem Tagesgeldkonto geparkt werden, sondern entsprechend der eigenen Anlagestrategie eingesetzt werden. Ein größerer Einmalbetrag eignet sich gut für einen ETF-Kauf oder die Reduzierung eines laufenden Immobilienkredits, was dauerhaft Zinskosten spart.
Geerbte Immobilien erfordern eine sorgfältige Analyse: Ist die Immobilie vermietet und rentabel? Ist sie selbst nutzbar? Oder ist ein Verkauf wirtschaftlich sinnvoller? Hinzu kommt die Erbschaftsteuer, die bei einem Wert über dem Freibetrag von 400.000 Euro (Kinder) fällig wird. Bei geerbten Immobilien gibt es unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Befreiungen für selbst genutzten Wohnraum.
Worauf Ärzte beim Wiedereinstieg besonders achten sollten
Wer eine Erbschaft antritt, sollte innerhalb von sechs Wochen entscheiden, ob er sie annimmt oder ausschlägt. Eine Ausschlagung ist sinnvoll, wenn die Erbschaft überschuldet ist, also wenn die Schulden des Erblassers das Vermögen übersteigen. Ärzteversichert empfiehlt, eine Erbschaft beim Wiedereinstieg als Chance zur Neustrukturierung der persönlichen Finanzen zu nutzen.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das unkritische Annehmen einer Erbschaft ohne Prüfung der Verbindlichkeiten. Wer eine Erbschaft annimmt und dann feststellt, dass der Erblasser erhebliche Schulden hatte, haftet für diese bis zur Höhe des Nachlasses.
Ebenfalls problematisch: das Vernachlässigen der Erbschaftsteuererklärung. Wer geerbtes Vermögen nicht beim Finanzamt meldet, riskiert Nachzahlungen und Strafen.
Fazit
Eine Erbschaft beim Wiedereinstieg ist eine Chance, mit der richtigen Planung den Finanzrahmen für die nächste Karrierephase deutlich zu verbessern. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesfinanzministerium – Erbschaftsteuer und Freibeträge
- Gesetze im Internet – ErbStG
- BaFin – Anlagemöglichkeiten für Erbschaften
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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