Die Elternzeit bringt ein reduziertes Einkommen mit sich, doch das Investieren in ETF-Sparpläne sollte nicht vollständig pausieren. Selbst kleine monatliche Beträge nutzen den Zinseszinseffekt und sichern den langfristigen Vermögensaufbau.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Elterngeld liegt bei maximal 1.800 Euro monatlich (ElterngeldPlus: maximal 900 Euro), was die Sparrate gegenüber der Erwerbsphase reduziert, aber nicht auf null setzen muss.
- Bestehende ETF-Sparpläne sollten in der Elternzeit auf ein reduziertes Niveau angepasst, aber nicht komplett pausiert werden, um den Einstiegszeitpunkt kontinuierlich zu streuen.
- Günstige Marktphasen während der Elternzeit können durch Einmalinvestitionen aus Ersparnissen genutzt werden.
ETF-Sparplan in der Phase Elternzeit
Ärzte in Elternzeit erhalten Elterngeld, das bei 67 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten 12 Monate liegt, maximal 1.800 Euro monatlich. Für Ärzte mit hohem Einkommen bedeutet das eine erhebliche Einkommensreduktion. Dennoch lohnt es sich, den ETF-Sparplan nicht vollständig zu stoppen.
Ein monatlicher ETF-Sparplan von 200 Euro in einen globalen Aktienindex über 12 Monate Elternzeit entspricht einer Gesamtinvestition von 2.400 Euro. Bei einer angenommenen Jahresrendite von 7 Prozent p.a. wächst dieser Betrag über 20 Jahre auf rund 9.300 Euro. Wer dagegen 12 Monate aussetzt und danach wieder startet, verliert nicht nur den Zinseszinseffekt dieser Einzahlungen, sondern auch die Möglichkeit, durchschnittliche Einstiegskurse über regelmäßige Einzahlungen zu erzielen (Cost-Average-Effekt).
Wenn die Liquidität in der Elternzeit zu eng wird, kann der Sparplan auf 50 bis 100 Euro reduziert werden, anstatt ihn vollständig zu stoppen. Ein Depot-Wechsel während der Elternzeit zu einem Anbieter ohne Ordergebühren (z.B. Neobroker mit kostenlosem ETF-Sparplan) spart Kosten, ohne die Anlagestrategie zu verändern.
Worauf Ärzte in der Elternzeit besonders achten sollten
Wer in der Elternzeit Kapital für einen Einmalinvestition freisetzen kann, etwa durch die Elterngeldauszahlungen zu Beginn der Elternzeit oder durch ersparte Berufskosten, sollte günstige Marktphasen nutzen. Ärzteversichert empfiehlt, während der Elternzeit auch die Versicherungsverträge zu überprüfen, da sich mit der veränderten Lebenssituation auch der Absicherungsbedarf verschiebt.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das vollständige Einfrieren aller Sparaktivitäten während der Elternzeit, was den Aufbau eines langfristigen Vermögens erheblich verzögert. Ein zweiter Fehler ist das Ignorieren der Kosten bestehender Sparpläne: Depotgebühren und Ausgabeaufschläge fressen bei geringen Sparraten überproportional viel Rendite weg.
Fazit
Auch in der Elternzeit sollte der Vermögensaufbau mit reduzierten Beträgen weiterlaufen. Kleine Beiträge heute bedeuten große Unterschiede in der Altersvorsorge von morgen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Familie – Elterngeld
- Bundesministerium der Finanzen – Kapitalanlage
- BaFin – ETFs und Investmentfonds
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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