Als etablierter Praxisinhaber hat man bereits den Schritt aus der Klinik in die Selbstständigkeit vollzogen und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Diese Phase bietet die Möglichkeit, das Praxismodell weiterzuentwickeln, auszubauen oder um neue Standbeine zu ergänzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Etablierte Praxisinhaber können ihre Expertise durch Zweigstellengründung, MVZ-Beteiligung oder spezialisierte Ambulanzen ausbauen.
- Jede Praxiserweiterung erfordert eine Anpassung der Berufshaftpflicht, Betriebshaftpflicht und betrieblichen Versicherungen.
- Eine Wachstumsfinanzierung auf Basis stabiler Praxisumsätze ist für Banken leichter darstellbar als ein reiner Neugründungskredit.
Existenzgründung nach Klinik in der Phase Etablierter Praxisinhaber
Etablierte Praxisinhaber, die ihre Praxis 5 bis 10 Jahre erfolgreich führen, stehen oft vor der Frage: Wie weiter? Optionen sind die Öffnung einer Zweigpraxis in einer unterversorgten Region, die Beteiligung an einem MVZ zur Risikoteilung, oder die Entwicklung spezialisierter Leistungsangebote, die den Patientenstamm und die Privatliquidation erhöhen.
Für eine Zweigstellengründung sind kassenärztliche Genehmigung und ausreichende Personalressourcen erforderlich. Die Investitionskosten für eine neue Zweigstelle liegen je nach Fachgebiet bei 100.000 bis 300.000 Euro. Bei einem bestehenden Praxisumsatz von 500.000 Euro und guter Bonität ist die Finanzierung für die Bank gut darstellbar.
Die Kombination aus bestehender Praxis und neuer Tätigkeit erhöht jedoch auch das administrative und haftungsrechtliche Risiko. Mit steigender Komplexität der Praxisstruktur werden Qualitätsmanagement, Mitarbeiterführung und rechtliche Absicherung wichtiger.
Worauf etablierte Praxisinhaber besonders achten sollten
Mit der Expansion der Praxis steigt der Versicherungsbedarf: Jede neue Behandlungsstätte, jeder neue angestellte Arzt und jede neue Leistung muss bei der Berufshaftpflicht gemeldet werden, um den Versicherungsschutz aufrechtzuerhalten. Ärzteversichert empfiehlt, Praxiserweiterungen immer mit einer vollständigen Überprüfung aller Versicherungsverträge zu verbinden.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist die Expansion ohne ausreichende Rücklagen: Zweigstellen sind in den ersten Monaten oft defizitär, bevor sie sich etablieren. Wer dafür keine Liquiditätsreserve hat, gerät in finanzielle Engpässe. Ein zweiter Fehler ist das Vernachlässigen der Personalentwicklung: Eine wachsende Praxis braucht mehr und bessere Mitarbeiter, die frühzeitig gefunden und gebunden werden müssen.
Fazit
Eine gezielte Praxiserweiterung als etablierter Praxisinhaber kann das Einkommen erheblich steigern und die Praxis zukunftssicher machen. Sorgfältige Planung und der richtige Versicherungsschutz sind die Grundlage. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Zweigstellen und MVZ
- Bundesärztekammer – Praxisorganisation
- Bundesministerium der Finanzen – Wachstumsfinanzierung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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