Die Elternzeit ist eine gute Zeit, um die Rückkehr in den Beruf strategisch vorzubereiten. Dazu gehört auch die Vorbereitung auf die Gehaltsverhandlung, die beim Wiedereinstieg ansteht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ärzte sind während der Elternzeit rechtlich vor Kündigungen und Benachteiligungen geschützt
- Die Rückkehr aus der Elternzeit kann mit einer Gehaltsverhandlung verknüpft werden
- Eine gute Vorbereitung auf die Verhandlung ist während der Elternzeit gut möglich
Gehaltsverhandlung in der Phase Elternzeit
Wer nach der Elternzeit in den ärztlichen Beruf zurückkehrt, hat eine natürliche Gelegenheit für eine Gehaltsverhandlung. Einerseits hat sich die fachliche Erfahrung weiterentwickelt, andererseits wurden möglicherweise Fortbildungen absolviert oder neue Perspektiven gewonnen. Diese Argumente lassen sich beim Gespräch mit dem Arbeitgeber einsetzen.
Rechtlich sind Elternteilnehmer vor Benachteiligungen geschützt: Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) verbietet es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufgrund der Elternzeit schlechtere Arbeitsbedingungen oder ein niedrigeres Gehalt anzubieten als vor der Pause. Dennoch ist es wichtig, aktiv für das eigene Gehalt einzutreten, da Tariferhöhungen während der Elternzeit zwar formal gelten, aber individuelle Gehaltserhöhungen nicht automatisch gewährt werden.
Die Vorbereitung auf die Verhandlung kann in der Elternzeit ruhig und gründlich erfolgen: Welche Gehaltserhöhungen gab es in der Abteilung? Wie hat sich der Tarifvertrag entwickelt? Welche neuen Aufgaben und Verantwortlichkeiten möchte man beim Wiedereinstieg übernehmen? Wer diese Fragen beantwortet hat, tritt deutlich stärker in die Verhandlung ein.
Worauf Ärzte in Elternzeit besonders achten sollten
Vor dem Gespräch über das Gehalt sollten alle finanziellen Parameter klar sein: Welche monatliche Nettosteigerung ist nötig, um Versicherungen, Altersvorsorge und Lebenshaltungskosten auf dem gewünschten Niveau zu sichern? Ärzteversichert empfiehlt, beim Wiedereinstieg auch die Versicherungs- und Vorsorgeverträge zu prüfen, damit alle Verträge an das neue Einkommensniveau angepasst werden.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Viele Ärzte nach der Elternzeit scheuen Gehaltsverhandlungen, weil sie sich nach längerer Abwesenheit weniger sicher fühlen. Dabei ist die Rückkehr ein idealer Zeitpunkt: Der Arbeitgeber hat ein Interesse daran, erfahrene Mitarbeiter zu halten, was die Verhandlungsposition stärkt.
Fazit
Mit guter Vorbereitung in der Elternzeit gelingt die Gehaltsverhandlung beim Wiedereinstieg, und die Zeit der Pause kann als Stärke, nicht als Schwäche eingebracht werden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- BMAS – Elternzeit und Gleichbehandlung
- Gesetze im Internet – BEEG
- Bundesärztekammer – Tarifvertrag TV-Ärzte
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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