Als etablierter Praxisinhaber sind Sie Ihr eigener Arbeitgeber, weshalb klassische Gehaltsverhandlungen entfallen. Stattdessen geht es darum, das Arzthonorar, die Vergütungsstruktur mit angestellten Ärzten und die eigene Entnahme strategisch zu gestalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der etablierte Praxisinhaber bestimmt sein Einkommen durch Honoraroptimierung und Praxismanagement
  • Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung und mit Privatpatienten sind das Äquivalent zur Gehaltsverhandlung
  • Die Vergütung angestellter Ärzte in der Praxis muss wettbewerbsfähig sein, um gute Mitarbeiter zu halten

Gehaltsverhandlung in der Phase Etablierter Praxisinhaber

Als selbstständiger Praxisinhaber gibt es keine klassische Gehaltsverhandlung, aber das Einkommen ist nicht statisch. Durch gezielte Maßnahmen lässt sich das Honorarvolumen steigern: mehr Behandlungsfälle, Ausweitung des Leistungsspektrums durch IGeL-Angebote, Optimierung der Abrechnung oder die Aufnahme eines angestellten Arztes, der zusätzliche Patientenfälle übernimmt.

Die Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung erfolgt nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Das Gesamthonorar ist durch Budgets und Regelleistungsvolumina begrenzt. Wer sein Honorar optimieren möchte, sollte regelmäßig die Abrechnungsunterlagen analysieren und Beratungsangebote der KBV oder der regionalen Kassenärztlichen Vereinigung nutzen, um Optimierungspotenziale zu identifizieren.

Bei der Vergütung angestellter Ärzte oder Arzthelfer orientieren sich Praxisinhaber am TV-Ärzte oder MFA-Tarif. Wer gut ausgebildetes Personal halten möchte, muss wettbewerbsfähige Gehälter zahlen. Das kostet, zahlt sich aber durch Stabilität und Qualität aus. Rein monetär lässt sich die Vergütung durch Boni, Gewinnbeteiligungen oder Sachleistungen wie Fahrtkostenzuschüsse ergänzen.

Worauf etablierte Praxisinhaber besonders achten sollten

Das eigene Entnahmeverhalten sollte planvoll gestaltet werden: Zu hohe Entnahmen gefährden die Praxisliquidität, zu niedrige bremsen den privaten Vermögensaufbau. Ärzteversichert empfiehlt, einen klar definierten Entnahmeplan zu erstellen, der alle privaten Vorsorge- und Versicherungskosten berücksichtigt.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Häufig werden Honoraroptimierungspotenziale nicht genutzt, weil die Zeit für eine systematische Abrechnungsanalyse fehlt. Auch die fehlende Delegierung von Verwaltungsaufgaben an qualifiziertes Personal kostet den Praxisinhaber wertvolle Zeit und damit Einnahmen.

Fazit

Das Einkommen eines etablierten Praxisinhabers ist aktiv gestaltbar, erfordert aber ein strategisches Praxismanagement statt passiver Honorarnahme. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →