Der Wiedereinstieg nach einer Berufspause bietet oft mehr Verhandlungsspielraum als viele Ärzte annehmen. Wer vorbereitet in die Gehaltsverhandlung geht, kann Einbußen durch die Pause minimieren oder sogar vermeiden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Tarifvertrag TV-Ärzte schreibt feste Gehaltsstufen vor, die durch Berufsjahre, nicht durch Dienstjahre beim Arbeitgeber bestimmt werden
  • Wer nach mehreren Jahren Pause einsteigt, kann in der Regel in derselben Tarifgruppe weitermachen
  • Bei außertariflichen Vereinbarungen gibt es erheblichen Verhandlungsspielraum

Gehaltsverhandlung in der Phase Wiedereinstieg

Im Krankenhaus regelt der Tarifvertrag für Ärzte (TV-Ärzte) das Gehalt in festgelegten Erfahrungsstufen. Die Stufenzuordnung basiert auf der Gesamtberufserfahrung als Arzt, nicht auf der Dienstzeit beim jeweiligen Arbeitgeber. Wer also nach einer dreijährigen Pause zurückkommt und vorher sechs Jahre als Facharzt tätig war, wird in Stufe 6 seiner Tarifgruppe eingestuft, nicht in Stufe 1.

Das bedeutet in der Praxis: Eine mehrjährige Pause hat keine direkten negativen Auswirkungen auf das Tarifgehalt. Lediglich die Jahre der Pause werden nicht als Berufsjahre angerechnet. Wer also mit 40 zurückkommt, nach einer dreijährigen Pause, wird wie ein Arzt mit dem entsprechenden Berufsjahrestand eingestuft, nicht wie ein Berufsanfänger.

Bei außertariflichen Zulagen, Chefarzt-Verträgen oder leitenden Positionen, die nicht dem TV-Ärzte unterliegen, gibt es erheblich mehr Verhandlungsspielraum. Hier lohnt sich eine Recherche über aktuelle Gehaltsniveaus in der jeweiligen Fachrichtung und Region.

Worauf Ärzte beim Wiedereinstieg besonders achten sollten

Wer nach einer langen Pause in Teilzeit zurückkehrt, sollte trotzdem die Gehaltsverhandlung mit dem Fokus auf eine mögliche spätere Vollzeitrückkehr führen. Arbeitgeber sind oft bereit, Wiedereinsteigern günstigere Bedingungen zu bieten als beim Neueinstellungsdurchschnitt. Ärzteversichert empfiehlt, bei der Gehaltsverhandlung auch die sozialen Nebenleistungen wie Fortbildungsbudget, flexible Arbeitszeiten und betriebliche Altersvorsorge einzubeziehen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das Akzeptieren des ersten Angebots ohne Verhandlung. Viele Wiedereinsteiger sind froh, eine Stelle zu bekommen, und unterbieten sich damit selbst. Der Fachkräftemangel in fast allen Fachrichtungen gibt Ärzten derzeit eine deutlich stärkere Verhandlungsposition.

Ebenfalls problematisch: das Vergessen, die Eingruppierung nach TV-Ärzte zu prüfen. Arbeitgeber machen gelegentlich Fehler bei der Stufenzuordnung. Wer seine eigene Berufserfahrung kennt und die richtige Stufe einfordern kann, schützt sich vor dauerhaften Einkommenseinbußen.

Fazit

Die Gehaltsverhandlung beim Wiedereinstieg ist mit der richtigen Vorbereitung eine Chance, nicht eine Schwäche. Wer informiert verhandelt, sichert sich faire Bedingungen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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