Etablierte Praxisinhaber verfügen oft über ein erhebliches Einkommen, aber die Praxis bindet viel Kapital und Zeit. Wer Praxis und Privatleben erfolgreich managt, hat auch die Ressourcen, ein strukturiertes Privatvermögen aufzubauen, das unabhängig von der Praxis Rendite erzielt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Etablierte Praxisinhaber sollten privates Vermögen konsequent von Praxiskapital trennen, um Haftungsrisiken zu begrenzen und im Alter flexibel zu sein.
  • Ein diversifiziertes Portfolio aus ETFs, Immobilien und liquiden Rücklagen eignet sich als Basis der privaten Geldanlage für selbstständige Ärzte.
  • Überschüsse aus der Praxis sollten nicht dauerhaft auf dem Geschäftskonto liegen, sondern in rentable Anlageformen überführt werden.

Geldanlage in der Phase etablierter Praxisinhaber

Als etablierter Praxisinhaber mit stabilem Praxisüberschuss von typischerweise 120.000 bis 300.000 Euro jährlich ist eine strukturierte Geldanlage wichtiger als in frühen Karrierephasen. Das Versorgungswerk liefert die Basisrente, aber die Lücke zwischen Versorgungswerkrente und gewohntem Lebensstandard kann erheblich sein und muss privat geschlossen werden.

Drei Anlagebausteine bieten sich für Praxisinhaber an: Erstens das liquide Portfolio aus breit gestreuten ETFs auf Weltmarktindizes. Dieses wächst passiv und kann im Notfall oder bei Praxisaufgabe schnell verfügbar gemacht werden. Zweitens vermietete Immobilien: Diese bieten steuerliche Vorteile (Abschreibungen) und laufende Mieteinnahmen, binden aber auch Kapital und Management-Aufwand. Drittens betriebliche Altersvorsorge über die Praxisstruktur, wenn eine GbR oder GmbH besteht.

Eine Faustregel für Praxisinhaber: 20 bis 30 Prozent des jährlichen Praxisüberschusses sollten konsequent in privates Vermögen fließen, das nicht an die Praxis gebunden ist.

Worauf Praxisinhaber besonders achten sollten

Das häufigste Problem ist die Vermischung von Praxis- und Privatvermögen. Ärzteversichert empfiehlt, die Geldanlage-Strategie regelmäßig mit einem unabhängigen Finanzberater zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Versicherungsstruktur (BU, Haftpflicht) die private Vermögensbildung nicht durch unangemessen hohe Prämien belastet.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist die Konzentration des gesamten Vermögens auf die Praxis: Wer im Alter nur die Praxis als Vermögenswert hat, ist vollständig vom Verkaufserlös abhängig. Ein zweiter Fehler ist das Halten großer Bargeldbestände auf dem Geschäftskonto, statt diese in renditestarke Anlagen zu investieren.

Fazit

Etablierte Praxisinhaber haben die Einkommensbasis für eine konsequente Vermögensbildung. Die Trennung von Praxis- und Privatvermögen und ein strukturiertes Portfolio sichern die finanzielle Unabhängigkeit im Alter. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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