Der Niederlassungsstart bindet zunächst erhebliches Kapital. Dennoch sollte die Geldanlage nicht vollständig auf Eis gelegt werden, denn auch in der Aufbauphase der Praxis lassen sich sinnvolle Investitionen tätigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • In den ersten Jahren nach der Niederlassung steht die Liquidität der Praxis im Vordergrund
  • Überschüssige Liquidität sollte trotzdem gezielt angelegt werden, statt auf dem Girokonto zu liegen
  • Langfristiger Vermögensaufbau neben der Praxis schützt vor einseitiger Abhängigkeit vom Praxiswert

Geldanlage in der Phase Niederlassungsstart

Wer sich niederlässt, investiert in der Regel zwischen 150.000 und 500.000 Euro in Praxisausstattung, Umbaumaßnahmen und erste Betriebskosten. Diese Investition bindet Kapital und ist über Praxisdarlehen häufig fremdfinanziert. Die monatliche Tilgung reduziert den freien Cashflow, weshalb die Geldanlage in den ersten Jahren zwangsläufig in einem kleineren Rahmen stattfindet.

Dennoch ist es wichtig, den privaten Vermögensaufbau nicht vollständig zu vernachlässigen. Selbst 200 bis 300 Euro monatlich in einen breit diversifizierten ETF-Sparplan angelegt, haben über 20 bis 25 Jahre einen erheblichen Effekt. Bei einer angenommenen Rendite von 6 Prozent jährlich wächst ein monatlicher Sparbetrag von 300 Euro in 25 Jahren auf rund 207.000 Euro.

Besonders wichtig beim Niederlassungsstart ist die Trennung von Praxis- und Privatvermögen. Wer die Altersvorsorge ausschließlich im Praxiswert sieht, geht ein erhebliches Klumpenrisiko ein. Eine Praxis kann an Wert verlieren, Nachfolger können sich als schwer zu finden erweisen. Deshalb empfiehlt es sich, parallel zur Praxis ein diversifiziertes Anlageportfolio aufzubauen.

Worauf Niederlassungsstarter besonders achten sollten

Der erste Schritt ist der Aufbau einer Liquiditätsreserve von drei bis sechs Praxis-Netto-Monatsausgaben, die als Betriebspuffer dient. Erst danach sollte freies Privatkapital in Geldanlagen fließen. Ärzteversichert begleitet niedergelassene Ärzte beim strukturierten Aufbau ihrer privaten Finanzplanung neben der Praxis.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Viele niedergelassene Ärzte reinvestieren jeden Euro in die Praxis, ohne privat vorzusorgen. Das macht sie im Alter vollständig vom Verkaufserlös der Praxis abhängig, der keineswegs garantiert ist.

Fazit

Auch beim Niederlassungsstart sollte der private Vermögensaufbau nicht vollständig zurückgestellt werden. Selbst kleine, regelmäßige Investitionen wirken langfristig. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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