Als Oberarzt steigt das Einkommen spürbar gegenüber der Assistenzarztzeit. Wer diesen Spielraum gezielt für den Vermögensaufbau nutzt, legt in dieser Phase den Grundstein für finanzielle Unabhängigkeit.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Oberarzt nach TV-Ärzte VKA verdient 2025 etwa 7.500 bis 9.000 Euro brutto monatlich
- 20 bis 30 Prozent des Nettoeinkommens sollten langfristig angelegt werden
- Ein diversifiziertes Portfolio aus ETFs, Festgeld und ggf. Immobilien ist für diese Phase gut geeignet
Geldanlage in der Phase Oberarzt
Ein Oberarzt mit 8.000 Euro Bruttogehalt erzielt nach Steuern und Sozialabgaben rund 4.800 bis 5.200 Euro netto. Nach Lebenshaltungskosten von 3.000 Euro bleiben 1.800 bis 2.200 Euro monatlich für Sparen und Anlegen. Wer diesen Betrag konsequent in ein breit gestreutes ETF-Portfolio investiert, erreicht nach 20 Jahren bei 6 Prozent Rendite ein Depotvolumen von rund 850.000 Euro.
Die Grundstruktur einer soliden Geldanlage für Oberärzte besteht aus drei Säulen: Erstens ein ETF-Sparplan auf einen globalen Aktienindex wie den MSCI ACWI mit einer monatlichen Rate von mindestens 1.000 Euro. Zweitens ein Notgroschen in Höhe von drei bis sechs Nettogehältern auf einem Tagesgeldkonto, also 15.000 bis 30.000 Euro. Drittens eine mittelfristige Reserve in Form von Festgeld oder kurzlaufenden Anleihen.
Wer eine Immobilie anstrebt, sollte als Oberarzt mit dem Aufbau von Eigenkapital beginnen. Für ein Objekt im Wert von 400.000 Euro wird in der Regel ein Eigenkapitalanteil von 20 Prozent, also 80.000 Euro, erwartet. Bei einer Sparrate von 1.500 Euro monatlich ist dieser Betrag in weniger als fünf Jahren erreicht.
Worauf Oberärzte besonders achten sollten
Wer parallel zum ETF-Sparplan ins Versorgungswerk einzahlt, hat bereits eine gute Basis. Ärzteversichert empfiehlt, diese Struktur regelmäßig zu überprüfen und dabei auch Versicherungslücken im Blick zu behalten, die mit steigendem Einkommen und Vermögen entstehen können, zum Beispiel bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, die an das gestiegene Einkommensniveau angepasst werden sollte.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das Ausweiten des Konsums im gleichen Maß wie das Einkommenswachstum. Wer mit dem Gehalt auch die laufenden Ausgaben erhöht, hat am Ende der Oberarztzeit kaum mehr Vermögen als am Anfang.
Ebenfalls problematisch: das Anlegen des gesamten Ersparten in einer einzigen Anlageklasse. Wer ausschließlich auf Immobilien oder ausschließlich auf Aktien setzt, trägt ein unnötiges Klumpenrisiko.
Fazit
Die Oberarztzeit bietet ein gutes Einkommen und damit die Chance, systematisch Vermögen aufzubauen. Wer diszipliniert vorgeht, schafft sich in dieser Phase eine solide Basis für die Zukunft. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesfinanzministerium – Kapitalanlage und Abgeltungsteuer
- BaFin – Anlageprodukte für Verbraucher
- GDV – Kapitalanlage und Altersvorsorge
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →