Die Praxisabgabe markiert den Übergang von aktivem Einkommenserwerb zu einer Phase, in der das angesparte Vermögen dauerhaft Erträge liefern muss. Eine strukturierte Geldanlage, die Rendite, Sicherheit und laufende Entnahmemöglichkeiten verbindet, ist die Grundlage für einen finanziell sorgenfreien Ruhestand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Praxisabgabeerlös und Ersparnisse müssen so angelegt werden, dass sie über 20 bis 30 Jahre Ruhestand tragen
  • Breit gestreute ETF-Portfolios verbinden Rendite und Risikostreuung besser als Einzelprodukte
  • Laufende Kosten und Steuern auf Kapitalerträge reduzieren die Nettorendite spürbar

Geldanlage in der Phase Praxisabgabe und Ruhestand

Im Ruhestand verändert sich die Aufgabe der Geldanlage grundlegend: Statt des Vermögensaufbaus steht der geordnete Vermögenserhalt und die planbare Entnahme im Vordergrund. Ärzte, die mit 63 oder 65 Jahren in den Ruhestand gehen, haben statistisch noch 20 bis 25 Jahre vor sich. Das bedeutet, dass das Kapital über diesen Zeitraum erhalten und gleichzeitig regelmäßig entnommen werden muss. Eine jährliche Entnahmerate von 3 bis 4 Prozent des Gesamtportfolios gilt als nachhaltig und bewahrt das Kapital in den meisten Marktszenarien über Jahrzehnte.

Für die konkrete Anlagestruktur bietet sich eine Aufteilung in drei Bereiche an. Ein liquider Sicherheitspuffer von sechs bis zwölf Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto deckt kurzfristige Bedürfnisse ohne Verkauf von Wertpapieren. Ein mittelfristiger Anleihe- und Festgeldanteil von 30 bis 40 Prozent stabilisiert das Portfolio in volatilen Börsenphasen. Den Rest bilden breit diversifizierte Aktien-ETFs auf weltweite Indices, die langfristig reale Renditen von 4 bis 6 Prozent pro Jahr erwirtschaften. Diese Struktur erlaubt eine planbare Entnahme und schützt gleichzeitig vor Inflation, die bei einem Ruhestand von 25 Jahren erhebliche Kaufkrafteinbußen verursachen kann.

Steuerlich sind Kapitalerträge im Ruhestand mit 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag belastet. Thesaurierende ETFs verschieben die Steuerlast auf den Verkaufszeitpunkt. Durch gezieltes Rebalancing und die Nutzung des jährlichen Sparerpauschbetrags von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro für Ehepaare) lässt sich die Steuerlast optimieren. Die Vorabpauschale auf thesaurierende Fonds ist jährlich zu berücksichtigen und wird automatisch über das Depot abgeführt.

Worauf Ärzte bei der Praxisabgabe und im Ruhestand besonders achten sollten

Ärzte im Ruhestand sollten ihre Geldanlage nicht ohne professionelle Begleitung gestalten, insbesondere wenn der Praxisabgabeerlös eine größere Summe darstellt. Ärzteversichert unterstützt dabei, parallel zur Anlagestruktur auch die laufenden Versicherungsverträge auf Ruhestandstauglichkeit zu prüfen, unnötige Policen zu kündigen und den Gesamtschutz kostenseitig zu optimieren.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Typische Fehler sind zu hohe Kassenanteile, die durch Inflation an Kaufkraft verlieren, sowie die Anlage in intransparente oder hochkostige Finanzprodukte, die die Rendite aufzehren. Auch das Fehlen einer klaren Entnahmestrategie führt dazu, dass Kapital unstrukturiert verbraucht wird oder in schlechten Börsenphasen zu ungünstigen Kursen verkauft werden muss.

Fazit

Eine durchdachte Geldanlage im Ruhestand sichert finanzielle Unabhängigkeit und schützt vor Kaufkraftverlust über Jahrzehnte. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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