Viele Medizinstudierende sind im PJ in einer Partnerschaft oder denken über eine Heirat nach. Wer die finanziellen Konsequenzen einer Eheschließung früh versteht, kann die Entscheidung gut informiert treffen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Ehe hat steuerliche, erbrechtliche und güterrechtliche Folgen, die man kennen sollte
- Das Ehegattensplitting lohnt sich besonders, wenn die Einkommen der Partner stark unterschiedlich sind
- Wer unverheiratet zusammenlebt, sollte Vollmachten und Bezugsberechtigungen regeln
Heirat und Finanzen in der Phase PJ (Praktisches Jahr)
Wer im PJ heiratet, ändert seinen Steuerstatus. Das Ehegattensplitting teilt das gemeinsame zu versteuernde Einkommen auf beide Partner auf. Wenn ein Partner PJler mit einem Stipendium von 600 Euro monatlich ist und der andere Partner 40.000 Euro jährlich verdient, bringt die Zusammenveranlagung eine Steuerersparnis von mehreren hundert Euro jährlich, je nach Gesamteinkommen.
Güterrechtlich gilt ohne Ehevertrag automatisch die Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet, dass Vermögenszuwächse während der Ehe im Scheidungsfall geteilt werden. Im PJ spielt das noch keine große Rolle, da kaum Vermögen vorhanden ist. Später, wenn einer der Partner eine Praxis aufbaut oder erbt, kann es aber sehr relevant werden. Wer von vornherein einen Ehevertrag aufsetzen möchte, spart sich spätere Diskussionen.
Erbrechtlich hat der Ehegatte ohne Testament einen gesetzlichen Erbanteil neben den Eltern des Verstorbenen. Mit Testament kann man den Partner vollständig absichern, ohne Abzüge für die Eltern. Im PJ sollte mindestens eine gegenseitige Vollmacht für medizinische Notfälle und Bankgeschäfte geregelt werden, unabhängig vom Trauschein.
Worauf PJler besonders achten sollten
Im PJ sind die finanziellen Konsequenzen einer Heirat noch gering, aber die grundsätzlichen Strukturen sollten verstanden sein. Ärzteversichert weist darauf hin, dass Bezugsberechtigungen in Lebensversicherungen und Versorgungswerk nach der Heirat aktualisiert werden sollten, damit der Partner im Todesfall tatsächlich begünstigt ist.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das Vergessen der steuerlichen Ummeldung nach der Hochzeit. Wer nicht rechtzeitig die Steuerklasse wechselt, zahlt möglicherweise zu viel Lohnsteuer im folgenden Jahr.
Ebenfalls problematisch: das Ignorieren des Güterrechts, wenn einer der Partner bereits Vermögen mitbringt. Was vor der Ehe vorhanden war, gehört nicht zum Zugewinn, aber der Nachweis erfordert eine sorgfältige Dokumentation.
Fazit
Heirat und Finanzen sind auch im PJ ein Thema, das Grundkenntnisse erfordert. Wer die wichtigsten Regeln kennt, trifft gute Entscheidungen für die gemeinsame Zukunft. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesfinanzministerium – Ehegattensplitting und Steuererklärung
- Gesetze im Internet – §§ 1363 ff. BGB Güterstand
- GDV – Familienabsicherung und Lebensversicherung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →