Als Chefarzt verfügen Sie über erhebliche Möglichkeiten zur Honoraroptimierung, die über die verhandelte Grundvergütung weit hinausgehen. Sowohl das Liquidationsrecht als auch die Strukturierung betrieblicher Altersvorsorge und die steuerliche Gestaltung der Chefarzteinnahmen bieten konkretes Einkommenspotenzial.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Liquidationsrecht kann je nach Fachgebiet und Klinikgröße bis zu 50 Prozent des Gesamteinkommens ausmachen
  • Die steuerliche Gestaltung von Chefarzteinnahmen über eine angemessene betriebliche Altersversorgung oder Pensionszusage spart erheblich Steuern
  • Regelmäßige Chefarztvertragsverhandlungen sollten aktiv geführt werden und bei Neuverhandlungen alle Leistungsbestandteile berücksichtigen

Honorar-Optimierung in der Phase als Chefarzt

Das Gesamteinkommen eines Chefarztes setzt sich aus mehreren Quellen zusammen: der Grundvergütung (oft 130.000 bis 200.000 Euro), den Einnahmen aus dem Liquidationsrecht für Privatpatienten und einem möglichen Poolanteil. Das Liquidationsrecht wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Die GOÄ-Reform, die für 2026 erwartet wird, soll die Honorare für viele Fachgruppen erheblich anpassen.

Steuerlich bietet die betriebliche Altersversorgung für Chefärzte besondere Chancen. Eine Pensionszusage des Krankenhauses oder eine Direktversicherung kann Teile des Chefarzthonorars steuerlich vorteilhaft umwandeln. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent bedeutet ein in die betriebliche Altersversorgung eingebrachter Euro nur 58 Cent Nettokosten, aber einen vollen Euro Vorsorge.

Worauf Chefärzte bei der Honoraroptimierung besonders achten sollten

Viele Chefärzte verhandeln den Arbeitsvertrag bei Neuantritt intensiv, vernachlässigen aber Folgeverhandlungen. Dabei können nach drei bis fünf Jahren deutliche Gehaltserhöhungen und Anpassungen der Liquidationsbeteiligung erzielt werden, insbesondere wenn messbare Erfolge wie gestiegene Fallzahlen oder Drittmitteleinnahmen vorliegen. Ärzteversichert empfiehlt, die Honorarstruktur jährlich zu überprüfen und bei Bedarf externe Unterstützung für Vertragsverhandlungen hinzuzuziehen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein verbreiteter Fehler ist die fehlende Dokumentation der eigenen Liquidationsleistungen. Wer nicht nachvollziehen kann, wie viel er monatlich durch das Liquidationsrecht verdient, kann weder die Steuerlast optimieren noch fundiert nachverhandeln. Ein weiterer Fehler ist das Vernachlässigen der GOÄ-Kenntnisse: Wer nicht weiß, welche Ziffern er abrechnen kann und darf, verzichtet auf legale Einnahmen.

Fazit

Honoraroptimierung für Chefärzte bedeutet aktives Handeln bei Vertragsverhandlungen, steuerlicher Gestaltung und Kenntnis des Abrechnungsrechts. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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